Im US-amerikanischen LTL-Verkehr (Less-Than-Truckload, also Stückgut bzw. Teilladung) ist die Frachtdichte die wichtigste Größe für die Einstufung in eine Freight Class (Frachtklasse, nach der die Fracht tarifiert wird). Dichte heißt hier Gewicht geteilt durch Volumen, angegeben in Pfund pro Kubikfuß (pounds per cubic foot, lb/ft³ – im US-Jargon auch pcf). Wer seine Dichte vor der Angebotsanfrage selbst sauber berechnet, vermeidet böse Überraschungen auf der Rechnung. Diese Anleitung zeigt, wie man die Dichte so ermittelt, wie es die Frachtführer tun, und wo die eigene Rechnung typischerweise vom Ergebnis im Terminal abweicht.
Die Formel selbst ist schlicht:
Dichte (lb/ft³) = Gesamtgewicht in lb ÷ Gesamtvolumen in ft³
Die Dichte ist allerdings nicht das einzige Kriterium. Die NMFC (National Motor Freight Classification) stuft Waren nach vier Faktoren ein: Dichte, Handling, Stauraumbedarf (Stowability) und Haftung (Liability). Für Waren, bei denen Handling, Stauraum oder Haftung eine besondere Rolle spielen, gilt eine eigene Klasse je NMFC-Position (Item-Nummer). Für alle übrigen richtet sich die Klasse nach der Dichte. Welche Klasse zu welchem Dichtebereich gehört, steht in der Freight-Class-Tabelle.
Frachtdichte berechnen in fünf Schritten
1. Die komplette Ladeeinheit vermessen
Gemessen wird nicht der einzelne Karton und nicht das Produkt laut Datenblatt, sondern die fertige Ladeeinheit (Handling Unit) in dem Zustand, in dem sie übergeben wird: Palette, Ware, über die Palette überstehende Ware und alles, was oben herausragt – auch die Wölbung der Stretchfolie (Stretch Wrap).
Für Länge, Breite und Höhe nimmt man jeweils das größte gerade Maß in Zoll (in), keinen Umfang. Die Höhe reicht vom Boden bis zum höchsten Punkt der Einheit. Steht die Ware auf einer 40 in breiten Palette an beiden Seiten je 2 in über, beträgt die Breite 44 in (40 + 2 × 2).
2. Volumen in cubic feet (ft³) ermitteln
Aus den drei Maßen in Zoll ergibt sich das Volumen in ft³:
ft³ = Länge × Breite × Höhe (in) ÷ 1.728
1 ft³ hat 12 × 12 × 12 = 1.728 in³. Zur Einordnung: 1 ft³ sind etwa 0,0283 m³.
3. Die Ladeeinheit brutto wiegen
Maßgeblich ist das Gewicht der Einheit, wie sie übergeben wird, also das Bruttogewicht aus Ware, Verpackung und Palette. Die Palette zählt dabei doppelt: mit ihrem Eigengewicht und mit ihrer Höhe. Eine GMA-Palette (48 × 40 Zoll), der US-Standard, wiegt typischerweise etwa 37 lb (17 kg); ihre Höhe liegt bei rund 5,7 in (14,5 cm). Zum Vergleich: Eine Europalette wiegt etwa 25 kg. Weitere Maße stehen im Überblick zu Palettenmaßen.
4. Mehrere Ladeeinheiten richtig zusammenfassen
Nach NMFC wird die Dichte grundsätzlich je Ladeeinheit berechnet. Nur wenn in den Versandpapieren ausschließlich das Gesamtgewicht steht, gilt Gesamtgewicht geteilt durch Gesamtvolumen. Frachtführer setzen das in ihren Tarifen unterschiedlich um. Bei ODFL etwa gilt: Stehen im Frachtbrief (Bill of Lading, BOL) die Gewichte je Palette und lassen sich die Paletten über eigene Etiketten zuordnen, wird jede Palette nach ihrer eigenen Dichte eingestuft. Ist diese Zuordnung nicht möglich, kann der Frachtführer die Gesamtdichte ansetzen.
Wichtig: Wer mehrere Einheiten zusammenfasst, addiert alle Gewichte und alle Volumina und teilt erst dann. Der Mittelwert der Einzeldichten ist etwas anderes, denn die Gesamtdichte ist nach Volumen gewichtet. Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt das Beispiel weiter unten.
5. Dichte berechnen und Klasse nachschlagen
Gesamtgewicht in lb geteilt durch Gesamtvolumen in ft³ ergibt die Dichte in lb/ft³. Mit diesem Wert schlägt man in der Standard-Dichtestaffel der NMFC (Density Scale) nach. Sie hat 13 Stufen von Klasse 50 bis Klasse 400, wobei die Untergrenze jeweils zur Stufe gehört und die Obergrenze nicht. Dieselbe Staffel steht auch im Tarif von ODFL. Das gesamte Klassensystem der NMFC umfasst dagegen 18 Klassen von 50 bis 500.
Die Staffel mit allen Stufen enthält die Freight-Class-Tabelle. Die Schritte 2 bis 5 erledigt der Freight-Class-Rechner in einem Durchgang. Er arbeitet mit derselben Staffel, bildet aber nicht jede Tarifregel ab – etwa keine eigenen Klassen je NMFC-Position und keine Einzelberechnung je Ladeeinheit.
Zu den Quellen: Die Einstufung selbst regelt die NMFC, herausgegeben von der NMFTA. Prüfgebühren und zusätzliche Messregeln stehen dagegen im jeweiligen Rules Tariff des Frachtführers (etwa bei ODFL, Saia oder Estes öffentlich einsehbar).
Beispiel: zwei Paletten in einer Sendung
Nehmen wir an, eine Sendung besteht aus zwei unterschiedlich hohen Paletten:
| Einheit | Maße (in) | ft³ | Gewicht |
|---|---|---|---|
| Palette 1 | 48 × 40 × 52 | 57,8 | 640 lb |
| Palette 2 | 48 × 40 × 65 | 72,2 | 410 lb |
| Summe | – | 130,0 | 1.050 lb |
Palette 1 hat 99.840 in³, Palette 2 hat 124.800 in³, zusammen sind das 224.640 in³ bzw. 130,0 ft³. Daraus folgt:
1.050 lb ÷ 130,0 ft³ = 8,08 lb/ft³ → Klasse 100 (8 bis unter 10)
Einzeln betrachtet sieht es anders aus: Palette 1 kommt auf 11,08 lb/ft³ und damit Klasse 92,5 (10 bis unter 12), Palette 2 auf 5,68 lb/ft³ und Klasse 175 (4 bis unter 6). Der einfache Mittelwert der beiden Dichten läge bei 8,38 lb/ft³ – kein Wert, mit dem irgendjemand rechnet.
Welche Einstufung gilt, hängt vom Frachtbrief ab. Die eine Klasse 100 für die gesamte Sendung ergibt sich, wenn dort nur das Gesamtgewicht steht oder wenn der Frachtführer die Paletten nicht einzeln zuordnen kann. Stehen die Gewichte je Palette im Frachtbrief und sind die Paletten einzeln etikettiert, können sie getrennt nach Klasse 92,5 und Klasse 175 abgerechnet werden.
Das Beispiel lässt sich im Freight-Class-Rechner mit beiden Paletten direkt nachrechnen. Der Rechner zeigt 130,0 ft³, 1.050 lb, eine Dichte von 8,1 lb/ft³ (auf eine Nachkommastelle gerundet) und Klasse 100. Er bildet immer eine einzige Gesamtdichte über alle Zeilen und daraus eine Klasse, rechnet also nach der Ausnahmeregel für Sendungen mit reinem Gesamtgewicht. Dichte und Klasse je Zeile gibt er nicht aus.
Typische Fehlerquellen bei der Dichteberechnung
Produktmaße statt Ladeeinheit
Der häufigste Fehler: Die Dichte wird aus den Kartonmaßen im Datenblatt berechnet. Ein angenommenes Beispiel: Auf Kartonbasis ergeben sich 12 lb/ft³ und damit Klasse 85. Misst man die fertige Einheit mit Palette, Luft über der obersten Lage und Folienwölbung, sind es nur noch 9,4 lb/ft³ – Klasse 100.
Über die Palette überstehende Ware
Steht die Ware auf einer 48 × 40 in großen Palette seitlich über, sodass die Breite von 40 auf 44 in wächst, vergrößert sich die Grundfläche um 10 % (2.112 ÷ 1.920 = 1,10). Die Dichte sinkt dadurch auf 40/44 des ursprünglichen Werts, also um etwa 9,1 %. Hinzu kommt: Die Verpackungsrichtlinien von FedEx und UPS untersagen Ware, die über den Palettenrand hinausragt. Bei Transportschäden steht man damit in der Diskussion um die Haftung schlechter da. Besser ist es, die Kartons so anzuordnen, dass nichts übersteht – wie das geht, zeigt die Anleitung Kartons pro Palette.
Maße abgerundet
Eine allgemeine Rundungsregel für Zollmaße steht in den geprüften Tarifen von ODFL, Saia und Estes nicht. Für das Angebot sollte man trotzdem nie abrunden, sondern mit dem aufgerundeten Maß rechnen und so etwas Spielraum lassen.
Einheiten, auf die nicht gestapelt werden darf
Lässt sich auf eine Ladeeinheit nichts stapeln – wegen der Ware, der Verpackung, einer pyramidenförmigen oder abgerundeten Oberseite oder weil im Frachtbrief vermerkt ist, dass nichts daraufgestellt werden darf –, können ODFL und Saia die Höhe mit mindestens 96 in ansetzen. Die Wirkung ist erheblich: Eine 48 × 40 in große Palette mit 500 lb und 48 in Höhe hat 53,33 ft³, also 9,375 lb/ft³ und Klasse 100. Mit angesetzten 96 in sind es 106,67 ft³, nur noch 4,69 lb/ft³ und Klasse 175.
Ähnlich bei sehr breiter Ware: Ab 70 in Breite kann ODFL eine Breite von 96 in ansetzen. Lässt sich das Volumen einzelner Stücke kaum bestimmen, rechnet ODFL mit Linear Feet (≈ Lademeter) × tatsächlicher Höhe (mindestens 96 in) × 96 in Breite.
Mehrere Sendungen am selben Tag
Schickt derselbe Versender am selben Tag vom selben Ort mehrere Sendungen an denselben Empfänger, kann ODFL sie zu einer Sendung zusammenfassen. Saia behält sich vor, mehrere Sendungen desselben Tages an denselben Empfänger zusammenzurechnen, und bei Estes gelten sie für die Prüfung der Kubikkapazität als eine Sendung. Mit Teillieferungen hat diese Regel nichts zu tun.
Gewicht aus der Packliste übernommen
Im Gewicht aus der Packliste des Lieferanten fehlen unter Umständen Kartons, Stausäcke, Kanthölzer, Folie und Palette. Deshalb die fertige Einheit wiegen oder das Verpackungsgewicht hinzurechnen.
Nur das Gewicht stimmt nicht
Frachtführer wiegen nach: Estes etwa auf geeichten Waagen mit NTEP-Zulassung (legal for trade), und zwar ohne Vorankündigung. Für mobile elektronische Waagen lässt ODFL eine Abweichung von höchstens 1 % zu. Auch wenn die Klasse gleich bleibt, führt schon ein höheres Gewicht zur Nachberechnung von Fracht, Treibstoffzuschlag und Zusatzkosten (Accessorial Charges). Bei ODFL kostet ein Mehrgewicht ab 20 lb zusätzlich 25 USD pro Sendung.
Die legitimen Hebel für eine bessere Dichte liegen in der Verpackung: weniger Leerraum, dichter packen, sparsam folieren und niedriger stapeln.
Praxisfall: Umklassifizierung von Klasse 85 auf Klasse 100
Hält ein LTL-Frachtführer die Angaben im Frachtbrief für unvollständig oder falsch, darf er laut ODFL-Tarif nachwiegen, die Ware prüfen und die Dichteberechnung kontrollieren. Dieses Verfahren heißt Weigh and Inspect (W&I): Im Terminal wird die Sendung erneut gewogen, vermessen und geprüft. Weichen die Werte vom Frachtbrief ab, rechnet der Frachtführer mit der tatsächlichen Klasse neu ab und erhebt zusätzlich eine Gebühr aus seinem Rules Tariff.
Die Höhe dieser Gebühr ist von Frachtführer zu Frachtführer verschieden:
- ODFL: 25 USD pro Sendung, wenn nach der Prüfung umklassifiziert wird, dazu Neuberechnung von Fracht, Treibstoffzuschlag und Zusatzkosten
- Saia: 44 USD pro Sendung, wenn Prüfung oder Nachwiegen zu einer Korrektur der Hauptlauffracht (Linehaul) führen
- Estes: 20 USD für die Warenprüfung, 20 USD für das Wiegen
Ein angenommener Fall: Ein Importeur von Haushaltswaren verschickt drei Paletten mit Aufbewahrungsboxen. Die Dichte hat er aus den Kartonmaßen im Datenblatt des Herstellers berechnet: 12,3 lb/ft³, also Klasse 85 (12 bis unter 15). Im Umschlagterminal wird nachgemessen. Die Einheiten sind höher als angegeben, weil Palette und Folienwölbung nicht mitgerechnet waren, und durch die Folie an beiden Seiten um etwa 1 in breiter. Ergebnis: 9,6 lb/ft³, Klasse 100 (8 bis unter 10).
Damit springt die Sendung auf der Staffel zwei Stufen weiter, von 85 über 92,5 auf 100 – in Richtung höherer Klassennummer und damit höherer Fracht. Bei gleichem Gewicht entspricht das einem rund 28 % größeren gemessenen Volumen (12,3 ÷ 9,6 = 1,281).
Für den Versender hat das drei Folgen:
- Neuberechnung des gesamten Gewichts zum Tarif der Klasse 100
- Die W&I-Gebühr laut Rules Tariff des Frachtführers
- Bei wiederholten Abweichungen ein Argument für den Frachtführer, bei der nächsten Vertragsverlängerung den Rabatt neu zu verhandeln – und zwar für alle Stufen
Einzeln fällt so eine Nachberechnung kaum auf. Wiederholt sich der Fehler bei jeder Sendung, summiert er sich über das Jahr allerdings spürbar. Die Lösung im Beispiel: fünf fertig gepackte Paletten vermessen, aus den tatsächlichen Höhen und Grundflächen den Mittelwert bilden und die Maße in der Frachtbriefvorlage aktualisieren.
Sonderfälle: Fässer, metrische Maße, gemischte Sendungen, Grenzwerte
Zylinder, Fässer und unregelmäßige Formen
Gemessen wird immer der umschließende Quader, also die Außenmaße (größte Länge × Breite × Höhe). Ein 55-Gallonen-Fass geht mit Durchmesser × Durchmesser × Höhe in die Rechnung ein. Bei runden Waren zählen auch die Ecken, die sich nicht füllen lassen. Die Dichte fällt deshalb niedriger aus, als man erwarten würde.
Maße in cm, Gewichte in kg
Kommen die Angaben aus einem Werk in Zentimetern und Kilogramm, gibt es zwei saubere Wege: Entweder zuerst cm in Zoll (1 in = 2,54 cm) und kg in lb (1 lb = 0,45359237 kg) umrechnen und dann nach den fünf Schritten vorgehen. Oder die Dichte in kg/m³ berechnen und umrechnen:
1 lb/ft³ = 16,01846 kg/m³ (≈ 16,02)
150 kg/m³ entsprechen so 9,36 lb/ft³, also etwa 9,4 lb/ft³. Die Einheitensysteme sollte man mitten in der Rechnung nicht mischen. Dasselbe Prinzip – abgerechnet wird nach den Außenmaßen – steckt übrigens auch hinter dem Volumengewicht in Paket- und Luftfracht, nur mit anderen Faktoren.
Sendung mit mehreren Frachtklassen
Enthält eine Sendung Waren unterschiedlicher Klassen, gehören Stückzahl und Gewicht jeder Position mit eigener Klasse getrennt in den Frachtbrief. Sind diese Angaben falsch, stufen ODFL und Estes nach der Gesamtdichte der Sendung ein. Enthält die Sendung Gefahrgut, Waren, die nicht nach Dichte eingestuft werden, oder Waren mit besonderen Anforderungen an Handling, Stauraum oder Haftung, kann Estes die gesamte Sendung zur höchsten enthaltenen Klasse abrechnen. Deshalb: Bei unterschiedlichen Klassen jede Position einzeln aufführen.
Knapp an der Stufengrenze
Die Untergrenze gehört jeweils zur Stufe: Genau 15,0 lb/ft³ ergibt Klasse 70, 14,9 lb/ft³ schon Klasse 85. Wie empfindlich die Grenze ist, zeigt ein Rechenbeispiel: Eine Einheit mit 15,1 lb/ft³ liegt nur 0,67 % über der Grenze. Bei 48 in Höhe reicht ein zusätzlicher Zoll, und die Dichte fällt auf 15,1 × 48 ÷ 49 = 14,79 lb/ft³ – Klasse 85.
Wer nur wenige Prozent über einer Stufengrenze liegt, sollte sich echten Spielraum verschaffen, etwa durch niedrigeres Stapeln oder eng anliegende Folie. Oder man kalkuliert das Angebot vorsorglich mit der nächsthöheren Klassennummer.
Dichte und Freight Class: Kurztabelle
Die folgende Auswahl stammt aus der Standard-Dichtestaffel der NMFC. Die Spalte kg/m³ zeigt die umgerechnete Untergrenze der jeweiligen Stufe.
| Dichte (lb/ft³) | Freight Class | Untergrenze (kg/m³) |
|---|---|---|
| 50 und mehr | 50 | 800,9 |
| 22,5 bis unter 30 | 65 | 360,4 |
| 15 bis unter 22,5 | 70 | 240,3 |
| 8 bis unter 10 | 100 | 128,1 |
| 4 bis unter 6 | 175 | 64,1 |
| 1 bis unter 2 | 300 | 16,0 |
Alle 13 Stufen stehen in der Freight-Class-Tabelle. Maßgeblich für die Einstufung ist die NMFC der NMFTA. Prüfgebühren und Messregeln regelt jeder Frachtführer in seinem eigenen Rules Tariff.
Welche Frachtdichte gilt im US-LTL-Verkehr als gut?
Einen festen Richtwert für „gute“ Dichte gibt es nicht. Ab 15 lb/ft³ landet die Sendung auf der Standard-Dichtestaffel bei Klasse 70 oder einer niedrigeren Klassennummer, unter 4 lb/ft³ bei Klasse 250 oder einer höheren. Je höher die Dichte, desto günstiger ist die Fracht in der Regel – aber nicht in jedem Fall.
Wird die Palette in die Dichteberechnung einbezogen?
Ja, und zwar beim Gewicht und bei der Höhe. Gemessen wird die komplette Ladeeinheit so, wie sie übergeben wird, und gewogen wird brutto – Ware, Verpackung und Palette zusammen. Eine GMA-Palette (48 × 40 Zoll) wiegt typischerweise etwa 37 lb (17 kg) und bringt rund 5,7 in (14,5 cm) Höhe mit.
Wie prüfen LTL-Frachtführer die angegebene Dichte?
Hält der Frachtführer die Angaben im Frachtbrief für unvollständig oder falsch, darf er laut ODFL-Tarif nachwiegen, die Ware prüfen und die Dichteberechnung kontrollieren. Estes wiegt auf geeichten Waagen mit NTEP-Zulassung und darf das ohne Vorankündigung tun. Wird dabei umklassifiziert, berechnet ODFL 25 USD pro Sendung und stellt Fracht und Zuschläge neu in Rechnung – schon ein Mehrgewicht ab 20 lb löst diese Nachberechnung aus.
Wie berechnet man die Dichte bei mehreren Paletten?
Grundsätzlich wird nach NMFC jede Ladeeinheit einzeln berechnet. Steht im Frachtbrief nur das Gesamtgewicht, gilt Gesamtgewicht geteilt durch Gesamtvolumen in ft³. Den Durchschnitt der Einzeldichten zu bilden, ist in keinem Fall richtig, denn die Gesamtdichte ist volumengewichtet.
Was bedeutet Weigh and Inspect (W&I)?
Bei einer W&I-Prüfung wiegt, vermisst und kontrolliert der Frachtführer die Sendung im Terminal erneut. Weichen die Werte vom Frachtbrief ab, wird nach der tatsächlichen Klasse neu berechnet und zusätzlich eine Gebühr aus dem Rules Tariff erhoben, etwa 25 USD bei ODFL oder 44 USD bei Saia.
Welche Dichte braucht man für Freight Class 70?
Mindestens 15 lb/ft³: Genau 15,0 lb/ft³ ergibt noch Klasse 70, 14,9 lb/ft³ bereits Klasse 85. Wer knapp über der Grenze liegt, etwa bei 15,1 lb/ft³, rutscht schon mit einem Zoll zusätzlicher Höhe bei einer 48 in hohen Einheit auf 14,79 lb/ft³ und damit in Klasse 85.
Wie rechnet man Maße in cm und Gewichte in kg in lb/ft³ um?
Entweder zuerst cm in Zoll (1 in = 2,54 cm) und kg in lb (1 lb = 0,45359237 kg) umrechnen und dann die Standardformel anwenden, oder die Dichte in kg/m³ berechnen und durch 16,01846 teilen. 150 kg/m³ entsprechen so etwa 9,4 lb/ft³. Die Einheitensysteme sollten innerhalb einer Rechnung nicht gemischt werden.
Was muss bei einer Sendung mit mehreren Frachtklassen im Frachtbrief stehen?
Für jede Warenposition mit eigener Klasse gehören Stückzahl und Gewicht getrennt in den Frachtbrief. Fehlen diese Angaben oder sind sie falsch, stuft der Frachtführer nach der Gesamtdichte ein. Enthält die Sendung Gefahrgut oder Waren, die nicht nach Dichte eingestuft werden, kann Estes die gesamte Sendung zur höchsten enthaltenen Klasse abrechnen.