Warum zählen Linear Feet im US-LTL-Verkehr?
Linear Feet bezeichnen die Länge der Ladefläche, die eine Sendung im Auflieger belegt – gemessen von der Stirnwand Richtung Tür, also eindimensional entlang des Fahrzeugs. Fläche oder Volumen sind damit nicht gemeint, und mit dem Board Foot, einer Maßeinheit für Schnittholz, hat der Begriff nichts zu tun. Wer mit Lademetern rechnet, kennt das Prinzip: Auch dort zählt die belegte Länge, nur in Metern und über die Division durch 2,4 m Ladebreite. Paletten stehen in Reihen quer zur Fahrtrichtung. Wie viele nebeneinander passen, ergibt sich aus der Innenbreite; jede Reihe belegt so viel Länge, wie das Packstück in Fahrtrichtung lang ist. Ein 53-Fuß-Trailer (USA) misst außen 53 Fuß (636 in). Als nutzbare Innenlänge setzt der Rechner 630 in an, also 52,5 ft.
Im US-LTL-Verkehr (Less than Truckload, im Deutschen etwa Teilladung) teilen sich mehrere Versender einen Auflieger. Leichte Ware mit großem Platzbedarf blockiert Ladefläche, die der Carrier sonst mit anderer Fracht füllen könnte. Deshalb enthalten die Rules Tariffs – die Tarifregelwerke der US-Carrier – Regeln, nach denen ab einer bestimmten Ladelänge nach Platz statt nach Gewicht abgerechnet wird. Die Form unterscheidet sich stark: R+L, ODFL und Saia stufen solche Sendungen als Capacity Load ein (eine Sendung, die die Kapazität des Fahrzeugs weitgehend beansprucht) und verlangen eine Mindestfracht pro Meile. Magnum und Estes rechnen mit einem Satz pro Linear Foot und Meile, Line Drive Trucking setzt ein festes Deemed Weight an, also ein pauschal angesetztes Abrechnungsgewicht. In den geprüften Tarifen liegen die Schwellen zwischen 12 und 21 Linear Feet. Die oft zitierte Faustregel „ab 10 ft gelten 1.000 lb pro Linear Foot“ ließ sich in keinem davon belegen. Unabhängig davon gibt es Regeln für Sendungen geringer Dichte, die auch bei kürzerer Ladelänge greifen können.
Linear Feet berechnen: So geht es
Grundlage ist die Innenbreite des Aufliegers. Der Rechner setzt für alle drei US-Typen 98,5 in an. Die Innenlänge beträgt 52,5 ft beim 53-Fuß-Trailer, 48,0 ft beim 48-Fuß-Trailer und 27,25 ft beim 28-Fuß-Pup-Trailer (kurzer Anhänger). Je nach Hersteller weichen die Maße um einige Zoll ab.
Aus der Innenbreite ergibt sich, wie viele Packstücke quer nebeneinander passen. Eine GMA-Palette (48 × 40 Zoll), die längs mit der 48-Zoll-Seite in Fahrtrichtung steht, braucht 40 in Breite – zwei davon belegen 80 in, jede Reihe 4,0 ft Länge. Die Anzahl der Reihen wird immer aufgerundet, denn eine halbe Reihe belegt dieselbe Länge wie eine volle.
- Innenmaße prüfen und Packstücke so messen, wie sie tatsächlich geladen werden: Länge ist die Seite in Fahrtrichtung, bei überstehender Ware zählt die äußerste Kante der Ware, nicht die Palette.
- Stück pro Reihe bestimmen: Innenbreite geteilt durch Packstückbreite, abgerundet – bei doppelt gestapelter Ware mal 2.
- Reihen ermitteln: Anzahl geteilt durch Stück pro Reihe, aufgerundet.
- Reihen mal Packstücklänge in Zoll rechnen und durch 12 teilen – das Ergebnis sind die Linear Feet.
- Ergebnis mit dem Rules Tariff des Carriers abgleichen. In den geprüften Tarifen liegen die Schwellen zwischen 12 und 21 Linear Feet.
Beispiel: 6 GMA-Paletten in zwei Reihen
Sechs GMA-Paletten (48 × 40 Zoll), nicht stapelbar, längs geladen mit der 48-Zoll-Seite in Fahrtrichtung, in einem 53-Fuß-Trailer:
| GMA-Paletten (nicht stapelbar) | 6 |
| Pro Reihe (40 + 40 = 80 in ≤ 98,5 in) | 2 |
| Reihen = ⌈6 ÷ 2⌉ | 3 |
| Reihenlänge (48 in ÷ 12) | 4,0 ft |
| Linear Feet = 3 × 4,0 ft | 12,0 ft |
| Belegung 53 Fuß (144 ÷ 630 in) | 23 % |
| Quer gedreht: 3 × 3,33 ft | 10,0 ft |
Die sechs Paletten belegen 12,0 ft, rund 23 % der Ladefläche. Quer gedreht wären es 10,0 ft. Ob eine Tarifregel greift, klärt erst das Rules Tariff des Carriers – die geprüften Schwellen liegen zwischen 12 und 21 Linear Feet.
Längs vs. quer geladen: GMA-Paletten
Quer gedreht belegt jede Reihe weniger Länge. Das funktioniert nur, weil zwei 48-Zoll-Seiten nebeneinander 96 in ergeben und damit in 98,5 in Innenbreite passen.
| Beladung | Quer zur Fahrtrichtung | In Fahrtrichtung | Pro Reihe | ft pro Reihe |
|---|---|---|---|---|
| Längs (48-Zoll-Seite in Fahrtrichtung) | 40 + 40 = 80 in | 48 in | 2 | 4,0 ft |
| Quer (40-Zoll-Seite in Fahrtrichtung) | 48 + 48 = 96 in | 40 in | 2 | 3,33 ft |
Typische Fehler
- Linear Feet mit Fläche, Volumen oder Board Foot verwechseln: Gemeint ist allein die belegte Länge der Ladefläche in Fahrtrichtung.
- Angefangene Reihen nicht aufrunden: 5 GMA-Paletten zu je 2 pro Reihe ergeben 3 Reihen und 12,0 ft, nicht 2,5 Reihen und 10,0 ft.
- Bei doppelt gestapelten Paletten die halbe Länge ansetzen: 6 Paletten ergeben gestapelt 2 Reihen und 8,0 ft, nicht 6,0 ft. Außerdem gilt das nur, wenn Ware, Verpackung und Carrier das Stapeln zulassen.
- Die Ausrichtung übersehen: Quer gedreht belegen 6 GMA-Paletten 10,0 statt 12,0 ft, sofern zwei Paletten mit 96 in in die Innenbreite passen.
- Pauschal „ab 10 ft, 1.000 lb pro Linear Foot“ annehmen: In den geprüften Tarifen liegen die Schwellen zwischen 12 und 21 ft, und abgerechnet wird je nach Carrier unterschiedlich. Regeln für Sendungen geringer Dichte können auch bei kurzer Ladelänge greifen.
Was sind Linear Feet?
Linear Feet sind die Länge der Ladefläche, die eine Sendung in einem US-Auflieger belegt, gemessen entlang des Fahrzeugs von der Stirnwand zur Tür. Es ist ein eindimensionales Längenmaß – weder Fläche noch Volumen – und nicht mit dem Board Foot aus dem Holzhandel zu verwechseln. Im europäischen Straßenverkehr entspricht dem am ehesten der Lademeter.
Wie berechnet man Linear Feet für Paletten?
Zuerst ermittelt man, wie viele Paletten quer nebeneinander passen: Innenbreite geteilt durch Palettenbreite, abgerundet. Bei 98,5 in Innenbreite und 40 in Palettenbreite sind das 2. Dann teilt man die Palettenanzahl durch diesen Wert und rundet auf – eine angefangene Reihe belegt die volle Länge. Die Reihenzahl mal Palettenlänge in Zoll, geteilt durch 12, ergibt die Linear Feet. Beispiel: 5 GMA-Paletten (48 × 40 Zoll) längs geladen ergeben ⌈5 ÷ 2⌉ = 3 Reihen × 4,0 ft = 12,0 ft, nicht 10,0 ft.
Was ist die Linear-Foot-Regel im LTL-Verkehr?
Gemeint sind Regeln in den Rules Tariffs (Tarifregelwerken) von US-LTL-Carriern, die Sendungen mit großer Ladelänge nach belegtem Platz statt nach Gewicht abrechnen. Der Grund: Im LTL-Verkehr teilen sich mehrere Versender einen Auflieger, und leichte, lange Sendungen nehmen Platz weg, den der Carrier sonst verkaufen könnte. Beispiele: Bei R+L gilt eine Sendung, die mehr als 16 Linear Feet belegt, als Capacity Load mit einer Minimum Rate (Mindestfracht) von 8,30 USD pro Meile zwischen Versand- und Empfangsort. Magnum LTL berechnet bei 15 Linear Feet bis zu 0,13 USD pro Linear Foot und gefahrener Meile, mindestens 500 USD pro Sendung (Rules Tariff 125, gültig ab 01.12.2023).
Ab wie vielen Linear Feet greifen die Carrier-Regeln?
Das legt jeder Carrier in seinem Rules Tariff selbst fest. In den geprüften Tarifen liegen die Schwellen zwischen 12 und 21 Linear Feet: Line Drive Trucking behandelt nur Sendungen bis 12 Linear Feet und 10.000 lb als LTL, Magnum setzt bei 15 Linear Feet an, R+L oberhalb von 16, ODFL und Estes ab 20 und Saia ab 21 Linear Feet. Eine allgemeine Schwelle von 10 ft war in keinem dieser Tarife zu finden. Maßgeblich ist daher immer das aktuelle Rules Tariff des jeweiligen Carriers.
Spart es Ladelänge, GMA-Paletten zu drehen?
Ja, wenn die Breite es zulässt. Längs geladen liegt die 48-Zoll-Seite in Fahrtrichtung: Zwei Paletten nebeneinander brauchen 80 in Breite, jede Reihe belegt 4,0 ft. Quer gedreht liegt die 40-Zoll-Seite in Fahrtrichtung: Zwei Paletten brauchen 96 in und passen damit in 98,5 in Innenbreite, jede Reihe belegt nur 3,33 ft. Sechs Paletten kommen so auf 10,0 statt 12,0 ft. Ist die gedrehte Variante kürzer, zeigt der Rechner die Ersparnis als Hinweis an.
Wie wird abgerechnet, wenn eine Linear-Foot-Regel greift?
Das hängt vom Carrier ab; ein einheitliches Verfahren gibt es nicht. In den geprüften Tarifen kommen drei Formen vor: eine Mindestfracht pro Meile für Capacity Loads (R+L, ODFL, Saia), ein Satz pro Linear Foot und Meile (Magnum, Estes) und ein festes Deemed Weight, also ein pauschal angesetztes Abrechnungsgewicht (Line Drive Trucking: ab 1.400 ft³ bzw. 20 Linear Feet werden 10.000 lb berechnet, ab 2.040 ft³ bzw. 30 Linear Feet 20.000 lb). Die verbreitete Annahme „1.000 lb pro Linear Foot, abgerechnet wird der höhere Wert aus tatsächlichem und diesem Gewicht“ fand sich in keinem der geprüften Tarife.
Halbiert doppeltes Stapeln die Linear Feet?
Nicht unbedingt, weil weiterhin auf volle Reihen aufgerundet wird. Sechs GMA-Paletten, längs zu zweit pro Reihe, belegen einlagig 3 Reihen = 12,0 ft. Doppelt gestapelt passen 4 Paletten auf eine Reihe, also ⌈6 ÷ 4⌉ = 2 Reihen = 8,0 ft statt 6,0 ft. Außerdem muss die Ware stapelbar sein und der Carrier das Stapeln akzeptieren: Magnum etwa rechnet Sendungen mit Stapelverbot so, als stünde alles einlagig auf dem Boden.
Was ist der Unterschied zwischen Linear Feet und Lademeter?
Beide messen die belegte Länge der Ladefläche. Der Lademeter (LDM) wird in Metern gerechnet: Länge × Breite ÷ 2,4 m Standard-Ladebreite. Eine Europalette ergibt so 1,2 × 0,8 ÷ 2,4 = 0,4 LDM, ein 13,6 m langer Sattelauflieger fasst 13,6 LDM bzw. 34 Europaletten. Linear Feet werden dagegen in Fuß gerechnet, und zwar über ganze Palettenreihen: Anzahl pro Reihe aus der Innenbreite, angefangene Reihen aufgerundet, Reihenzahl mal Packstücklänge. Der Rechner arbeitet ausschließlich mit US-Aufliegern in Zoll und Fuß.
Was ist der Unterschied zwischen Linear Feet und Cubic Feet?
Linear Feet messen nur die belegte Länge der Ladefläche, Cubic Feet (ft³) das Volumen der Sendung. Beides kann in US-LTL-Tarifen getrennt eine Rolle spielen: Neben Linear-Foot-Regeln gibt es Cubic Capacity Rules für Sendungen geringer Dichte. ODFL, Saia und Estes setzen dabei unter bestimmten Volumen- und Dichtebedingungen 6 lb pro ft³ als Abrechnungsgewicht an, Magnum rechnet ab 750 ft³ und einer Dichte unter 8 lb/ft³ mit 8 lb pro ft³ in Class 100. Solche Regeln können auch bei geringer Ladelänge greifen.
Quellen
Alle Werte werden in Ihrem Browser berechnet und beruhen auf veröffentlichten Normen, Angaben von Frachtführern und typischen Nennmaßen; gleichen Sie sie vor der Buchung mit den Daten Ihres Transportunternehmens, Ihrer Reederei oder Airline ab.
Zuletzt geprüft:
Diesen Rechner auf Ihrer Website einbetten
Das Einbetten ist kostenlos: Code kopieren und in Ihre Seite einfügen. Er besteht aus einem iframe, einem Quellenhinweis mit Link auf diesen Rechner und einem Skript, das die Höhe automatisch anpasst.
Ohne Zusatz richtet sich das Design nach der Systemeinstellung der Besucher. Mit ?theme=light oder ?theme=dark an der iframe-URL legen Sie ein helles bzw. dunkles Design fest.
<iframe id="cargosum-linear-feet-calculator" src="https://cargosum.com/embed/linear-feet-calculator/" width="100%" height="620"
style="border:1px solid #ddd;border-radius:4px" title="Linear-Feet-Rechner – CargoSum" loading="lazy"></iframe>
<p>Bereitgestellt von <a href="https://cargosum.com/linear-feet-calculator/?utm_source=embed&utm_medium=widget&utm_campaign=linear-feet-calculator">CargoSum – Linear-Feet-Rechner</a></p>
<script>window.addEventListener("message",function(e){if(e.origin==="https://cargosum.com"&&e.data&&e.data.type==="cargosum:embed-height"){var f=document.getElementById("cargosum-linear-feet-calculator");if(f&&e.source===f.contentWindow)f.style.height=e.data.height+"px";}});</script>