Diese Tabelle betrifft ausschließlich den US-amerikanischen LTL-Verkehr (Less than Truckload, Stückgut per Lkw). Dort ist die Freight Class, also die Frachtklasse nach der National Motor Freight Classification (NMFC), eine zentrale Größe für den Tarifsatz einer Sendung; im deutschen Straßengüterverkehr gibt es kein vergleichbares System. Das NMFC-System umfasst 18 Klassen von 50 bis 500 – je niedriger die Zahl, desto einfacher lässt sich die Ware transportieren. Maßgeblich sind vier Einstufungsfaktoren: Dichte (Density), Handhabung (Handling), Stauverhalten (Stowability) und Haftung (Liability).
Mit der Revision Docket 2025-1, in Kraft seit 19. Juli 2025, wurden die betroffenen Artikel von der warenbasierten auf die dichtebasierte Einstufung umgestellt. Für die Dichte gilt seither eine Staffel mit 13 Stufen von Klasse 50 bis 400. Grundsätzlich gilt: Hohe Dichte führt zu einer niedrigen Klassennummer und tendenziell zu einem niedrigeren Frachtsatz, geringe Dichte zu einer hohen Klasse und höheren Kosten. Die Dichte ergibt sich aus dem Bruttogewicht der Ladeeinheit geteilt durch ihr Volumen in Kubikfuß.
Freight Class Chart: Dichte und Klasse nach NMFC
Die NMFC-Dichtestaffel (Density Scale) ordnet jeder Dichte in lb/ft³ genau eine Klasse zu. Die Spalte in kg/m³ dient nur zur Orientierung; maßgeblich sind die Werte in lb/ft³.
| Dichte (lb/ft³) | Freight Class | ab kg/m³ (Richtwert) |
|---|---|---|
| 50 und mehr | 50 | 800,9 |
| 35 bis unter 50 | 55 | 560,6 |
| 30 bis unter 35 | 60 | 480,6 |
| 22,5 bis unter 30 | 65 | 360,4 |
| 15 bis unter 22,5 | 70 | 240,3 |
| 12 bis unter 15 | 85 | 192,2 |
| 10 bis unter 12 | 92,5 | 160,2 |
| 8 bis unter 10 | 100 | 128,1 |
| 6 bis unter 8 | 125 | 96,1 |
| 4 bis unter 6 | 175 | 64,1 |
| 2 bis unter 4 | 250 | 32,0 |
| 1 bis unter 2 | 300 | 16,0 |
| unter 1 | 400 | unter 16,0 |
Die Untergrenze einer Stufe zählt jeweils mit, die Obergrenze nicht. Genau 15 lb/ft³ ergeben also Klasse 70, genau 12 lb/ft³ Klasse 85 und genau 8 lb/ft³ Klasse 100. Umrechnung: 1 lb/ft³ = 16,01846 kg/m³.
Gerechnet wird mit den Außenmaßen der Ladeeinheit in Zoll:
- Volumen (ft³) = Länge × Breite × Höhe (in) ÷ 1.728
- Dichte (lb/ft³) = Gewicht (lb) ÷ Volumen (ft³)
Wie man richtig misst und wo die typischen Fehler liegen, erklärt der Leitfaden zur Berechnung der Frachtdichte. Die Klasse direkt ermitteln können Sie mit dem Freight-Class-Rechner.
Warum die Stufen so unterschiedlich breit sind
Unterhalb von 15 lb/ft³ sind die Stufen schmal: Sie umfassen jeweils 1 bis 3 lb/ft³. Darüber werden sie deutlich breiter – 15 bis 22,5 und 22,5 bis 30 lb/ft³ je 7,5, dann 30 bis 35 lb/ft³ mit 5 und 35 bis 50 lb/ft³ mit 15. Ab 50 lb/ft³ gibt es keine Obergrenze mehr.
Für die Praxis heißt das: Bei leichter, sperriger Ware reicht schon eine kleine Änderung der Dichte, um eine Klasse höher oder tiefer zu landen. Liegt eine Sendung etwa bei 12, 8 oder 6 lb/ft³, steht sie direkt an einer Stufengrenze, an der sich der Satz ändert. Bei dichter Ware über 15 lb/ft³ ist der Spielraum dagegen größer, bevor die Klasse wechselt.
Beispiele: vier Sendungen in der Tabelle
Jedes Beispiel ist eine einzelne Ladeeinheit; Maße und Gewicht sind so angegeben, wie die Sendung übergeben wird.
| Sendung | Dichte (lb ÷ ft³) | Klasse |
|---|---|---|
| Palette mit Büchern, 48 × 40 × 48 in, 1.200 lb | 1.200 ÷ 53,3 = 22,5 | 65 |
| Kiste mit Maschinenteilen, 36 × 30 × 30 in, 850 lb | 850 ÷ 18,75 = 45,3 | 55 |
| Palette mit Lampenschirmen, 48 × 40 × 60 in, 180 lb | 180 ÷ 66,7 = 2,7 | 250 |
| Gartenmöbel, montiert, 80 × 48 × 40 in, 95 lb | 95 ÷ 88,9 = 1,07 | 300 |
Die Bücherpalette liegt mit genau 22,5 lb/ft³ auf einer Stufengrenze und erhält deshalb Klasse 65, nicht 70. Metrisch sind das 121,92 × 101,6 × 121,92 cm, 544,3 kg und 1,510 m³, also 360,4 kg/m³. Beide Palettenbeispiele lassen sich im Rechner nachvollziehen: Bücherpalette (Klasse 65) und Lampenschirme (Klasse 250).
Die Lampenschirme wiegen mit 180 lb nur 15 % der Bücherpalette und landen trotzdem in Klasse 250 statt 65. Im US-LTL-Verkehr entscheidet eben nicht das Gewicht über die Klasse, sondern die Dichte.
Was sich mit der NMFC-Revision 2025 geändert hat
Die NMFC wird von der National Motor Freight Traffic Association (NMFTA) herausgegeben. Mit Docket 2025-1 zum 19. Juli 2025 hat sie die Einstufung neu geordnet:
- Umstellung: Die betroffenen Artikel werden nicht mehr warenbasiert, sondern dichtebasiert eingestuft.
- 13 statt 11 Stufen: Die Dichtestaffel ist von 11 auf 13 Stufen gewachsen. Stufe 11 gilt jetzt nur noch für 30 bis unter 35 lb/ft³ (Klasse 60). Neu hinzugekommen sind Stufe 12 für 35 bis unter 50 lb/ft³ (Klasse 55) und Stufe 13 ab 50 lb/ft³ (Klasse 50). Die Stufen 1 bis 10 sind unverändert.
- Nicht in der Staffel: Die Klassen 77,5, 110, 150, 200 und 500 gehören weiterhin zum 18-stufigen Gesamtsystem, kommen in der Dichtestaffel aber nicht vor.
- Feste Klassen bleiben: Die Staffel ist der Standard für Waren ohne Besonderheiten bei Handhabung, Stauverhalten oder Haftung. Artikel mit solchen Besonderheiten behalten ihre eigene, feste Klasse. Deshalb muss man die NMFC-Artikelnummer der Ware prüfen.
Artikel und Klassen lassen sich im Online-Dienst ClassIT+ der NMFTA nachschlagen, der auch einen Dichterechner enthält. Weicht der NMFC-Artikel von der Tabelle oben ab, gilt der Artikel. Außerdem ist die NMFC ein freiwilliger Standard: Veröffentlicht ein Frachtführer einen eigenen Tarif, kann dieser Vorrang haben.
Wie die Freight Class den Frachtpreis beeinflusst
Die Basisrate (Base Rate) im US-LTL-Verkehr wird je Hundredweight (CWT, je 100 lb) berechnet und unterscheidet sich je nach Klasse. Die Regeltarife (Rules Tariffs) der Frachtführer setzen das voraus: Der Tarif 100-Q von ODFL nennt Preise „per cwt“ und verweist auf klassenbezogene Sätze wie die „class 125 rate“. Wie stark der Satz von Klasse zu Klasse steigt, legt der jeweilige Tarif fest. Die Richtung ist aber klar: Je höher die Klasse, desto höher tendenziell der Preis je 100 lb. Neben der Klasse fließen Gewicht, Relation und Zuschläge in den Preis ein.
Daraus ergeben sich drei praktische Konsequenzen:
- Leerraum auf der Palette vermeiden: Gemessen wird die gesamte Ladeeinheit, nicht der einzelne Karton. Jeder Zentimeter Luft über und zwischen den Kartons senkt die Dichte. Wie sich Kartons dichter stapeln lassen, zeigt der Leitfaden zur Palettierung von Kartons.
- Abstand zur Stufengrenze einplanen: 11,8 lb/ft³ ergeben Klasse 92,5, 12,0 lb/ft³ dagegen Klasse 85. Liegt der gemessene Wert nur knapp über einer Grenze, kalkuliert man vorsichtshalber mit der nächsthöheren Klasse. Das ist eine Faustregel aus der Praxis, keine Vorschrift.
- Maße und Gewicht korrekt angeben: Hält der Frachtführer die Angaben im Frachtbrief (Bill of Lading, BOL) für unvollständig oder falsch, darf er die Sendung nachwiegen, prüfen und die Dichteberechnung kontrollieren (ODFL, Item 367-1). Estes behält sich vor, ohne Ankündigung auf NTEP-zertifizierten Waagen zu wiegen (Item 992-1).
Umklassifizierung durch den Frachtführer: ein Rechenbeispiel
Zu einer Umklassifizierung kommt es etwa dann, wenn die Dichte für die Ware statt für die Ladeeinheit berechnet wurde. Maßgeblich sind die größten Außenmaße der Ladeeinheit samt Palettenboden, über die Palette überstehender Ware und aufgewölbter Stretchfolie. Das Gewicht ist das Bruttogewicht inklusive Palette.
Beispiel: Ein Kartonblock misst 48 × 40 × 24 in und hat eine Dichte von 15,2 lb/ft³. Er wiegt also 405,3 lb, und der Versender meldet Klasse 70. Die tatsächliche Ladeeinheit sieht anders aus:
- Die Kartons stehen in der Breite auf beiden Seiten je 2 in über die Palette über, die Breite steigt damit von 40 auf 44 in.
- Der Palettenboden bringt 5,7 in (rund 14,5 cm), die Folienwölbung weitere 2 in Höhe.
- Außenmaße: 48 × 44 × 31,7 in = 38,74 ft³
- Gewicht: 405,3 lb + 37 lb Palette = 442,3 lb
- Dichte: 442,3 ÷ 38,74 = 11,42 lb/ft³ → Klasse 92,5
Aus Klasse 70 wird damit Klasse 92,5. Der Frachtführer berechnet die Fracht auf Basis der neuen Klasse neu und stellt eine Nachberechnung mit korrigierter Rechnung aus. Hinzu kommen kann eine Gebühr für Nachwiegen und Prüfung (Weigh and Inspect, W&I), deren Höhe vom Frachtführer abhängt:
- ODFL: 25 USD je Vorgang bei einer Umklassifizierung nach Prüfung; Fracht, Treibstoffzuschlag (Fuel Surcharge) und Zusatzkosten (Accessorial Charges) werden neu berechnet (Tarif 100-Q, Item 367-2).
- Saia: 44 USD je Vorgang, wenn Prüfung oder Nachwiegen zu einer Anpassung der Hauptlauffracht (Linehaul) führen (Tarif 170-D, Item 850).
- Estes: 20 USD für die Prüfung der Ware und 20 USD für das Wiegen (Item 993 und 993-10).
Wie man die Ladeeinheit richtig misst, beschreibt der Leitfaden zur Frachtdichte Schritt für Schritt.
Wann die Dichtetabelle nicht gilt
Die Tabelle ist nur ein Teil der Tarifregeln. In folgenden Fällen reicht sie allein nicht aus:
- Waren mit fester Klasse: Artikel mit Besonderheiten bei Handhabung, Stauverhalten oder Haftung werden nicht über die Dichte eingestuft. Hier entscheidet die NMFC-Artikelnummer.
- Werte an der Grenze: Schon ein Zoll mehr Höhe verringert die Dichte auf das H ÷ (H + 1)-Fache. Bei 48 in Höhe fallen 12,05 lb/ft³ so auf 11,80 lb/ft³, und aus Klasse 85 wird 92,5. Auf eine bestimmte Rundung der Maße durch den Frachtführer sollte man sich nicht verlassen; bei knappen Werten rechnet man besser mit der höheren Klasse. Bei Ladeeinheiten außerhalb der üblichen Maße hilft die Übersicht der Standard-Palettenmaße.
- Überlange Sendungen: Für überlange Sendungen berechnet ODFL einen Überlängenzuschlag (Overlength Charge) von 495 USD für 8 bis unter 12 ft, 1.000 USD für 12 bis unter 20 ft und 1.300 USD ab 20 ft; Sendungen über 27 ft 3 in nimmt ODFL nur nach eigenem Ermessen an (Item 670-5). Bei Ware ohne Palette gilt die längste Seite als Länge.
- Ladelänge und Kapazität: Manche Regeln rechnen nach Linear Feet (≈ Lademeter) oder Gesamtgewicht statt nach Klasse. ODFL beispielsweise wertet eine Sendung ab 20 Linear Feet in einem Pup-Trailer (kurzer Anhänger) oder ab 20.000 lb als Capacity Load, also als Vollauslastung (Item 390); Saia und Estes haben eigene Schwellen.
- FAK-Vereinbarungen: Bei FAK (Freight All Kinds) werden mehrere Klassen zu einer einzigen vereinbarten Klasse zusammengefasst. Auch dann muss der Frachtbrief die konkrete Ware nennen (ODFL, Item 361). Ist die Warenbeschreibung unvollständig, berechnet ODFL mindestens die Fracht nach dem Satz für Klasse 100 (Item 170-2).
- Eigene Regeln der Frachtführer: Bei mehreren Ladeeinheiten stuft ODFL jede Palette einzeln ein, wenn der Frachtbrief die Gewichte je Palette nennt und sich diese über Etiketten zuordnen lassen; sonst kann ODFL die Gesamtdichte ansetzen (Item 640). Estes verwendet in Item 645 noch die alte Staffel mit 11 Stufen, in der ab 30 lb/ft³ Klasse 60 gilt und die Klassen 55 und 50 fehlen. Die Tabelle oben folgt der aktuellen NMFC und deckt sich nicht mit jedem Tarif eines einzelnen Frachtführers.
Der Freight-Class-Rechner bildet nur die NMFC-Dichtestaffel ab. Feste Warenklassen, Überlängenzuschläge, FAK-Vereinbarungen, Tarifsätze und Sonderregeln einzelner Frachtführer berücksichtigt er nicht.
Welche Freight Class hat eine Sendung mit 10 lb/ft³?
Nach der aktuellen NMFC-Dichtestaffel fällt eine Dichte von 10 bis unter 12 lb/ft³ in Klasse 92,5. Die Untergrenze zählt zur Stufe, die Obergrenze nicht: Bei genau 12 lb/ft³ gilt bereits Klasse 85.
Was gilt, wenn die Dichte genau auf einer Stufengrenze liegt?
Der Grenzwert gehört zur oberen Dichtestufe und damit zur niedrigeren Klasse: 8,0 lb/ft³ ergibt Klasse 100, 7,9 lb/ft³ dagegen Klasse 125. Liegt der Wert knapp an einer Grenze, lohnt es sich, die Ladeeinheit noch einmal nachzumessen und nachzuwiegen.
Ist eine niedrigere Freight Class günstiger?
In der Regel ja. Die Basisrate im US-LTL-Verkehr wird je Hundredweight (CWT, je 100 lb) berechnet und ist nach Klassen gestaffelt; eine niedrigere Klasse bedeutet tendenziell einen niedrigeren Satz. Das ist allerdings eine allgemeine Richtung, keine feste Regel für jeden Tarif.
Gibt es seit der NMFC-Revision 2025 keine warenbezogenen Klassen mehr?
Doch. Mit Docket 2025-1 (in Kraft seit 19. Juli 2025) wurden die betroffenen Artikel von der warenbasierten auf die dichtebasierte Einstufung umgestellt. Waren mit Besonderheiten bei Handhabung, Stauverhalten oder Haftung behalten aber ihre eigene, feste Klasse – dafür ist die NMFC-Artikelnummer maßgeblich.
Wie berechnet man die Dichte einer Sendung?
Man misst die Ladeeinheit, also die Palette samt über die Palette überstehender Ware und Stretchfolie, an ihren größten Außenmaßen in Zoll. Länge × Breite × Höhe geteilt durch 1.728 ergibt Kubikfuß; das Bruttogewicht inklusive Palette in lb geteilt durch diese Kubikfuß ergibt die Dichte in lb/ft³.
Was passiert, wenn der Frachtführer die Sendung umklassifiziert?
Der Frachtführer berechnet die Fracht auf Basis der neuen Klasse neu und stellt eine Nachberechnung mit korrigierter Rechnung aus, gegebenenfalls zuzüglich einer Gebühr für Nachwiegen und Prüfung (Weigh and Inspect, W&I). Die Höhe hängt vom Frachtführer ab: ODFL berechnet bei einer Umklassifizierung nach Prüfung 25 USD je Vorgang, Saia 44 USD, Estes je 20 USD für Prüfung und Wiegen.
Wie viele Freight Classes gibt es?
Das NMFC-System kennt 18 Klassen von 50 bis 500. Die Dichtestaffel, mit der Waren ohne Besonderheiten eingestuft werden, nutzt davon nur 13 Stufen von 50 bis 400; die Klassen 77,5, 110, 150, 200 und 500 kommen darin nicht vor.
Wo findet man die NMFC-Artikelnummer einer Ware?
Die NMFC gibt die National Motor Freight Traffic Association (NMFTA) heraus. Über deren Online-Dienst ClassIT+ lassen sich Artikel und Klassen nachschlagen; dort gibt es auch einen Dichterechner. Weicht der NMFC-Artikel von der Dichtetabelle ab, gilt der Artikel.