Warum steht der Dieselzuschlag separat auf der Rechnung?
Der Dieselzuschlag (Treibstoffzuschlag, englisch Fuel Surcharge oder FSC) erscheint auf der Rechnung eines US-Transportunternehmens als eigene Zeile neben der Hauptlauffracht (Linehaul). In die Hauptlauffracht ist ein Basisdieselpreis bereits eingerechnet. Liegt der tatsächliche Dieselpreis darüber, gleicht der Zuschlag die Mehrkosten aus. Die Hauptlauffracht bleibt unverändert; Schwankungen beim Dieselpreis fängt allein der Zuschlag auf.
Als Referenz nutzen viele Transportunternehmen den Dieselpreisindex der US-Energiebehörde (DOE/EIA): den wöchentlichen US-Durchschnittspreis für On-Highway-Diesel im Einzelhandel, inklusive aller Steuern. Die EIA veröffentlicht ihn jeden Dienstag gegen 10:00 Uhr ET (US-Ostküstenzeit) mit dem Preisstand vom Montag; fällt ein Bundesfeiertag an, erscheint er am Mittwoch. Die EIA selbst berechnet, erhebt oder reguliert keine Zuschläge. Wie der Zuschlag ermittelt wird, handeln Versender und Transportunternehmen aus – die Verfahren unterscheiden sich je Unternehmen und Vertrag.
In der Praxis gibt es zwei Verfahren. Bei Komplettladungen (FTL) wird der Zuschlag pro Meile berechnet: Differenz zwischen aktuellem Dieselpreis und Basispreis, geteilt durch den Kraftstoffverbrauch des Lkw in MPG (Meilen pro Gallone). Bei Teilladungen (LTL) ordnet die Zuschlagstabelle des Transportunternehmens – vergleichbar dem Dieselfloater im deutschen Straßengüterverkehr – jeder Preisstufe einen Prozentsatz zu, der auf die Hauptlauffracht aufgeschlagen wird.
Da der Index wöchentlich neu erscheint, kann sich der Zuschlag für dieselbe Relation und dieselbe Hauptlauffracht von Woche zu Woche ändern. Am 21.09.2026 lag der US-Durchschnitt bei 6,529 $/gal, eine Woche zuvor bei 6,285 $/gal – ein Plus von 0,244 $ je Gallone. Der Zuschlag im Angebot muss deshalb nicht dem Zuschlag zum Transportzeitpunkt entsprechen.
So berechnen Sie den Dieselzuschlag
Für beide Verfahren brauchen Sie zuerst den maßgeblichen Dieselpreis – bei vielen Verträgen den EIA-Wochenwert, der dienstags mit dem Preisstand vom Montag erscheint. Bei FTL wird die Differenz zum Basispreis über den MPG-Wert in einen Satz pro Meile umgerechnet. Bei LTL bestimmt der Wochenpreis die Preisstufe in der Zuschlagstabelle des Transportunternehmens, und der dort genannte Prozentsatz wird auf die Hauptlauffracht aufgeschlagen.
Der Rechner arbeitet mit US-Einheiten: Dollar, Gallonen und Meilen. Er ruft keinen Dieselpreis automatisch ab und enthält keine Zuschlagstabellen – Dieselpreis und Prozentsatz geben Sie selbst ein. Weil der Index wöchentlich neu erscheint, gilt das Ergebnis jeweils nur für die Woche des eingegebenen Preises.
- Dieselpreis ermitteln: den aktuellen EIA-Wochenwert ablesen – den US-Durchschnitt oder den Regionalwert, den der Vertrag nennt, nicht den Preis einer einzelnen Tankstelle.
- Basispreis und MPG im Vertrag nachsehen: Beide sind Vertragswerte. Oft genannte Größen wie 1,25–1,50 $/gal bzw. 6,0 MPG sind nur Beispiele ohne verbindliche Quelle.
- Preisdifferenz bilden: aktueller Dieselpreis − Basispreis. Liegt der Dieselpreis unter dem Basispreis, setzt der Rechner die Differenz auf 0.
- Zuschlag berechnen: bei FTL Differenz ÷ MPG = Zuschlag pro Meile, × gefahrene Meilen = Gesamtbetrag; bei LTL Hauptlauffracht × Tabellensatz ÷ 100.
- Wöchentlich neu prüfen: Nach jeder Dienstagsveröffentlichung kann ein neuer Satz gelten – bei Estes etwa ab dem folgenden Mittwoch.
Rechenbeispiel: Dieselzuschlag pro Meile (FTL)
Nehmen wir an, eine Komplettladung legt 800 Meilen zurück. Alle Werte sind Annahmen, keine aktuellen Marktpreise: Dieselpreis 4,25 $/gal, Basispreis 1,25 $/gal, Kraftstoffverbrauch 6,0 MPG.
| Dieselpreis (Annahme) | 4,25 $/gal |
| Basispreis (in der Hauptlauffracht) | 1,25 $/gal |
| Preisdifferenz | 3,00 $/gal |
| Kraftstoffverbrauch | 6,0 MPG |
| Zuschlag pro Meile = Differenz ÷ MPG | 3,00 ÷ 6,0 = 0,50 $/mi |
| Gefahrene Meilen | 800 mi |
| Zuschlag gesamt = pro Meile × Meilen | 0,50 × 800 = 400,00 $ |
Der Dieselzuschlag beträgt 0,50 $ pro Meile, für 800 Meilen also 400,00 $. Dieser Betrag kommt zur Hauptlauffracht hinzu, die separat berechnet wird.
FTL pro Meile vs. LTL-Prozentsatz: die Verfahren im Vergleich
Beide Verfahren gehen vom selben wöchentlichen Dieselpreis aus, beziehen den Zuschlag aber auf unterschiedliche Größen. Der Dieselpreisindex ist kein drittes Verfahren, sondern der gemeinsame Eingangswert.
| Merkmal | FTL pro Meile | LTL-Prozentsatz | Dieselpreisindex (EIA) |
|---|---|---|---|
| Bezugsgröße | Gefahrene Meilen | Hauptlauffracht (bei Estes ohne Zusatzkosten) | Keine – reiner Referenzpreis |
| Berechnung | (Diesel − Basis) ÷ MPG × Meilen | Tabellensatz × Hauptlauffracht | Preis → Preisstufe → % oder $/mi |
| Benötigte Werte | Dieselpreis, Basispreis, MPG, Meilen | Dieselpreis, Zuschlagstabelle, Hauptlauffracht | EIA-Wochendurchschnitt |
| Aktualisierung | Wöchentlich, an den Index gekoppelt | Wöchentlich, an den Index gekoppelt | Dienstags, Preisstand Montag |
| Typischer Einsatz | Komplettladungen, Vertragsrelationen | Teilladungen | Grundlage für FTL- und LTL-Tabellen |
Häufige Fehler
- FTL- und LTL-Zuschläge direkt vergleichen: Der eine bezieht sich auf Meilen, der andere auf die Hauptlauffracht. Auch bei gleichem Dieselpreis lässt sich ein Satz pro Meile nicht 1:1 in einen Prozentsatz umrechnen.
- Den Preis einer bestimmten Tankstelle ansetzen: Maßgeblich ist der im Vertrag genannte EIA-Wochendurchschnitt. Ein einzelner Zapfsäulenpreis passt nicht zur vertraglichen Grundlage.
- Den Basispreis übersehen: Er steckt bereits in der Hauptlauffracht. Je niedriger er angesetzt ist, desto größer die Preisdifferenz und desto höher der Zuschlag.
- Einen zu hohen MPG-Wert annehmen: Je mehr Meilen pro Gallone, desto niedriger der Zuschlag pro Meile. Wer den MPG-Wert zu optimistisch ansetzt, unterschätzt den Zuschlag.
- Den Zuschlag aus dem Angebot als festen Wert für die Rechnung erwarten: Der Index wird wöchentlich aktualisiert, der Zuschlag zum Transportzeitpunkt kann daher vom Angebotswert abweichen.
Was ist ein Dieselzuschlag?
Der Dieselzuschlag (Fuel Surcharge, FSC) ist ein eigener Rechnungsposten neben der Hauptlauffracht. In der Hauptlauffracht ist ein Basisdieselpreis eingerechnet; liegt der aktuelle Dieselpreis darüber, deckt der Zuschlag die Mehrkosten ab. Die US-Energiebehörde EIA veröffentlicht nur die Dieselpreise – sie berechnet oder reguliert keine Zuschläge. Wie der Zuschlag berechnet wird, regelt jedes Transportunternehmen und jeder Vertrag anders.
Wie berechnet man den Dieselzuschlag (mit Beispiel)?
Bei Komplettladungen (FTL) gilt: Zuschlag pro Meile = (aktueller Dieselpreis − Basispreis) ÷ MPG, der Gesamtbetrag ist der Zuschlag pro Meile × gefahrene Meilen. Beispiel mit angenommenen Werten: Dieselpreis 4,25 $/gal, Basispreis 1,25 $/gal, 6,0 MPG ergeben eine Differenz von 3,00 $/gal und einen Zuschlag von 0,50 $ pro Meile. Für 800 Meilen sind das 400,00 $ zusätzlich zur Hauptlauffracht.
Was ist der Unterschied zwischen LTL- und FTL-Dieselzuschlag?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Bezugsgröße: Bei FTL wird der Zuschlag pro gefahrener Meile berechnet, während bei LTL ein Prozentsatz aus der Zuschlagstabelle auf die Hauptlauffracht aufgeschlagen wird (Hauptlauffracht × % ÷ 100). Bei Estes etwa gilt der LTL-Zuschlag nur für die Netto-Hauptlauffracht, nicht für Zusatzkosten (Accessorial Charges). Weil sich beide Verfahren auf verschiedene Größen beziehen, lässt sich ein Satz pro Meile auch bei gleichem Dieselpreis nicht 1:1 in einen Prozentsatz umrechnen.
Wie oft ändert sich der Dieselzuschlag?
In der Regel wöchentlich. Die EIA veröffentlicht den US-Durchschnittspreis für On-Highway-Diesel jeden Dienstag gegen 10:00 Uhr ET mit dem Preisstand vom Montag, an Bundesfeiertagen am Mittwoch. Ab wann der neue Wert gilt, regelt das Transportunternehmen: Estes wendet den Dienstagswert ab dem folgenden Mittwoch an. Der Zuschlag im Angebot kann daher vom Zuschlag zum Transportzeitpunkt abweichen.
Was bedeutet der Basispreis beim Dieselzuschlag?
Der Basispreis ist der Dieselpreis, der bereits in der Hauptlauffracht einkalkuliert ist. Erst der Teil des aktuellen Preises oberhalb dieses Werts löst einen Zuschlag aus. Je niedriger der Basispreis, desto größer die Preisdifferenz und desto höher der Zuschlag; bei einem höheren Basispreis wird mehr von der Preisschwankung bereits über die Hauptlauffracht abgedeckt. Basispreis und MPG sind Vertragswerte. Oft genannte Größen wie 1,25–1,50 $/gal und 6,0 MPG haben keine verbindliche Quelle – maßgeblich ist der Vertrag.
Welcher Dieselpreis gilt für den Zuschlag?
Maßgeblich ist der Index, den der Vertrag nennt – bei vielen Transportunternehmen der wöchentliche EIA-Durchschnittspreis für On-Highway-Diesel inklusive Steuern. Neben dem US-Durchschnitt veröffentlicht die EIA regionale Werte (PADD), am 21.09.2026 z. B. 7,456 $/gal für die West Coast und 6,177 $/gal für die Gulf Coast. Nennt der Vertrag eine Region, gilt deren Wert. Der Preis an einer einzelnen Tankstelle ist dagegen keine Berechnungsgrundlage.
Gibt es eine allgemeine Tabelle für den Dieselzuschlag?
Nein. Transportunternehmen führen jeweils eigene Zuschlagstabellen, die dem wöchentlichen EIA-Dieselpreis eine Preisstufe und dieser einen Prozentsatz oder einen Satz pro Meile zuordnen. Stufen und Sätze unterscheiden sich je Unternehmen. Estes beispielsweise verwendet für Sendungen bis 19.999 lb eine LTL-Tabelle und ab 20.000 lb bzw. für Capacity Loads eine TL-Tabelle. Der Rechner enthält keine Tabellen – den Prozentsatz lesen Sie aus der aktuellen Tabelle Ihres Transportunternehmens ab.
Was ist ein Dieselfloater und wie hängt er mit dem US-Zuschlag zusammen?
Dieselfloater nennt man im deutschen Straßengüterverkehr eine Zuschlagstabelle, die den Frachtpreis an die Entwicklung des Dieselpreises koppelt. Die Fuel-Surcharge-Tabellen US-amerikanischer Transportunternehmen folgen demselben Gedanken: Der wöchentliche EIA-Dieselpreis bestimmt die Preisstufe, die Stufe den Zuschlag. Dieser Rechner ist auf US-Transporte ausgelegt und rechnet in Dollar, Gallonen und Meilen.
Quellen
Alle Werte werden in Ihrem Browser berechnet und beruhen auf veröffentlichten Normen, Angaben von Frachtführern und typischen Nennmaßen; gleichen Sie sie vor der Buchung mit den Daten Ihres Transportunternehmens, Ihrer Reederei oder Airline ab.
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