Im US-amerikanischen LTL-Verkehr (Less than Truckload) teilen sich die Sendungen mehrerer Versender einen Auflieger. Estes beschreibt LTL als Sendungen von etwa 150 bis 15.000 lb, die nur einen Teil des Aufliegers belegen. Der Preis richtet sich in der Regel nach Gewicht und Freight Class – der US-Tarifklasse, die vor allem von der Dichte abhängt und außerdem Handhabung, Stauverhalten und Haftung berücksichtigt. Es gibt 18 Klassen von 50 bis 500.
Daneben steht in den Tarifen ein zweites System, die Linear-Foot-Regel: Belegt eine Sendung zu viel Ladefläche, zählt die Länge, die sie im Auflieger blockiert. Einen einheitlichen Namen hat diese Regel nicht. Im Rules Tariff – dem Regelwerk, in dem ein US-Carrier seine Tarifbestimmungen veröffentlicht – steht sie meist unter „Capacity Load“, also einer Sendung, die so viel Laderaum beansprucht, dass eine Mindestfracht für die belegte Kapazität gilt. Estes führt zusätzlich eine eigene Linear-Foot-Position, Magnum regelt die Frage ausschließlich über eine Linear-Foot-Position.
Der Grund liegt im Sammelprinzip: Leichte Ware, die viel Boden belegt, nimmt dem Carrier Platz, den er sonst an andere Versender verkaufen könnte. Diesen Ausfall holt er über Mindestfrachten oder raumbezogene Sätze herein. Für Leser aus Europa: Linear Feet sind das US-Gegenstück zum Lademeter (LDM). Dieser Leitfaden behandelt ausschließlich US-LTL-Tarife, Stand September 2026.
Linear Feet messen: Reihen zählen, nicht Fläche
Linear Feet geben an, wie viel Länge eine Sendung auf dem Boden des Aufliegers belegt, gemessen von vorn nach hinten. Breite und Höhe spielen dafür keine Rolle – es geht weder um eine Fläche noch um ein Volumen.
Entscheidend ist, wie viele Paletten nebeneinander passen. Der Rechner arbeitet mit einer nominalen Innenbreite von 98,5 Zoll; je nach Hersteller und Modell sind auch 100–101 Zoll üblich. Eine GMA-Palette (48 × 40 Zoll), die US-Standardpalette, lässt sich auf zwei Arten laden:
- Längs geladen (48-Zoll-Seite in Fahrtrichtung): 40 + 40 = 80 Zoll, also zwei Paletten nebeneinander mit 18,5 Zoll Luft. Drei Paletten (120 Zoll) passen nicht.
- Quer geladen (40-Zoll-Seite in Fahrtrichtung): 48 + 48 = 96 Zoll, ebenfalls zwei Paletten, aber nur 2,5 Zoll Luft.
Eine Reihe belegt längs geladen 48 Zoll (4,0 ft), quer geladen 40 Zoll (rund 3,33 ft). Ob in der Reihe eine oder zwei Paletten stehen, ändert nichts: Die Reihe ist belegt.
Die allgemeine Formel:
- Paletten pro Reihe = ⌊Innenbreite ÷ Palettenmaß quer zur Fahrtrichtung⌋
- Reihen = ⌈Anzahl ÷ (Paletten pro Reihe × Stapellagen)⌉
- Linear Feet = Reihen × Palettenmaß in Fahrtrichtung (Zoll) ÷ 12
Für GMA-Paletten, einlagig und längs geladen, ergibt das:
| GMA-Paletten (48 × 40 Zoll) | Reihen (2 pro Reihe) | Linear Feet |
|---|---|---|
| 2 | 1 | 4 ft |
| 6 | 3 | 12 ft |
| 10 | 5 | 20 ft |
| 16 | 8 | 32 ft |
| 26 | 13 | 52 ft (einlagiges Maximum im 53-Fuß-Auflieger) |
Die 53 Fuß beziehen sich auf die Außenlänge von 636 Zoll. Innen rechnet der Rechner mit 630 Zoll, also 52,5 ft. Mit 26 Paletten auf 52 ft bleiben 6 Zoll frei – 53 Fuß Ladelänge stehen nicht zur Verfügung.
Im Linear-Feet-Rechner geben Sie je Zeile Maße, Anzahl und Stapelbarkeit ein und wählen einen von drei Aufliegertypen. Er liefert Reihen und Linear Feet je Zeile, die Summe und einen etwaigen Überhang über die Aufliegerlänge. Paletten aus verschiedenen Zeilen teilen sich dabei keine Reihe. Der Rechner übernimmt die Ausrichtung so, wie Sie sie eingeben, und dreht nicht automatisch. Höhe und Gewicht fragt er nicht ab – ob zwei Lagen unter das Dach passen, prüfen Sie selbst. Der Hinweis ab 10 Linear Feet ist ein fester Warnwert des Rechners, keine Carrier-Schwelle.
Wo die Regel steht und ab wann sie greift
Alle sechs geprüften Carrier haben eine raumbezogene Bestimmung, allerdings mit eigener Schwelle, eigener Abrechnungsart und eigener Tarifposition. Die folgende Übersicht gibt den Stand der Tarife im September 2026 wieder; Carrier ändern ihre Tarife regelmäßig.
| Carrier | Schwelle | Abrechnung | Tarifposition |
|---|---|---|---|
| ODFL | ab 20 Linear Feet im Pup Trailer (gewichtsunabhängig) oder ab 20.000 lb | Capacity Load mit Mindestfracht | 100-Q, Item 390 |
| Saia | ab 21 Linear Feet oder ab 20.000 lb | Capacity Load mit Mindestfracht | 170-D, Item 390 |
| Estes | Capacity Load ab 20 Linear Feet oder über 20.000 lb; Linear-Foot-Satz ab 20,0 ft Länge, 49,0 Zoll Breite und 51,0 Zoll Höhe | Satz je Linear Foot und Meile | EXLA 105 FF, Item 390/391 |
| R+L | mehr als 16 Linear Feet | Capacity Load, Mindestfracht 8,30 USD pro Meile | Rules Tariff, Item 390 |
| Magnum | 15 Linear Feet | bis 0,13 USD je Linear Foot und Meile, mindestens 500 USD | Rules Tariff 125, Item 390 |
| Line Drive | LTL nur bis 10.000 lb und 12 Linear Feet; ab 1.400 ft³ (20 Linear Feet) bzw. 2.040 ft³ (30 Linear Feet) | angesetztes Gewicht: 10.000 lb bzw. 20.000 lb | LDTN-100, Item L100/L108 |
Der Pup Trailer ist ein kurzer Auflieger mit 28 ft Länge. Bei R+L deckt sich die Schwelle mit der eigenen LTL-Definition: Als LTL gilt dort eine Sendung unter 16.000 lb und bis 16 Linear Feet.
Die Schwellen, ab denen der Carrier vom Klassentarif auf Capacity Load oder Linear-Foot-Sätze umstellt, liegen damit zwischen 15 und 21 Linear Feet: 15 bei Magnum, mehr als 16 bei R+L, 20 bei ODFL, Estes und Line Drive, 21 bei Saia. Line Drive hat zusätzlich eine niedrigere LTL-Obergrenze von 12 Linear Feet und 10.000 lb. Wer darüber liegt, bekommt dort keinen anderen Tarif, sondern ein Spot-Angebot. Das sind zwei verschiedene Arten von Grenze, die man nicht verwechseln sollte. Eine Schwelle von 10 Linear Feet findet sich in keinem der geprüften Tarife.
Eine einheitliche Formel gibt es ebenfalls nicht. R+L, ODFL und Saia vergleichen mit einer Capacity-Load-Mindestfracht, Magnum und Estes rechnen mit einem Satz je Linear Foot und Meile, Line Drive setzt ein festes Gewicht an (Deemed Weight, also ein fiktives Abrechnungsgewicht). Die oft zitierte Faustregel „1.000 lb pro Linear Foot“ steht in keinem dieser sechs Tarife.
Die Logik kennt man aus anderen Verkehrsträgern. In der Luftfracht zählt das Volumengewicht, im LCL-Seeverkehr die Frachttonne (W/M), bei der 1 m³ wie 1.000 kg behandelt wird. Auch dort bezahlt man den Platz, den die Ware wegnimmt.
Benachbarte Regeln: geringe Dichte und Überlänge
Unabhängig von den Linear Feet kennen die Tarife eine Cubic Capacity Rule für Sendungen geringer Dichte. Sie kann auch dann greifen, wenn die Sendung unter der Linear-Foot-Schwelle bleibt:
- ODFL, Item 610-1: ab 750 ft³ und unter 6 lb/ft³ (oder 350–750 ft³ und unter 3 lb/ft³) wird mit ft³ × 6 lb zum Satz der Class 125 abgerechnet.
- Saia, Item 111: ab 750 ft³ und unter 6 lb/ft³ (oder 350–749 ft³ und unter 4 lb/ft³) gilt ft³ × 6 lb zum Satz der Class 100.
- Estes, Item 615: über 350 ft³ greift eine Mindestfracht auf Basis von 6 lb/ft³ zum Satz der Class 125. Untersagt der Versender das Stapeln oder die Nutzung des Raums darüber (Frachtbrief oder Verpackung), setzt Estes für die Berechnung 84 Zoll Höhe an. Mehrere Sendungen desselben Versenders an denselben Empfänger am selben Tag zählen dabei als eine.
Hinzu kommt der Überlängenzuschlag (Overlength Charge) für einzelne lange Packstücke. Bei ODFL, Saia, Estes und Magnum beginnt er bei 8 ft (96 Zoll) und wird auf die Sendung erhoben; ab 12 ft folgt die nächste Stufe:
- ODFL: 495 USD (8 bis unter 12 ft), 1.000 USD (12 bis unter 20 ft), 1.300 USD (ab 20 ft); über 27 ft 3 Zoll entscheidet der Carrier über die Annahme
- Saia: 446,50 USD, 1.050 USD, 1.365 USD in denselben Stufen
- Estes: 300 USD, 600 USD (12 bis unter 16 ft), 850 USD (16 bis unter 20 ft), 1.000 USD (ab 20 ft)
- Magnum: ab 125 USD (96–144 Zoll), gestaffelt bis 1.000 USD ab 337 Zoll
Rechenbeispiel: acht leichte, hohe Paletten
Angenommen, Sie versenden 8 GMA-Paletten mit 48 × 40 Zoll Grundfläche, 60 Zoll Höhe und je 350 lb, zusammen 2.800 lb.
Dichte und Freight Class (nachrechnen lässt sich das im Dichterechner):
- Volumen je Palette: 48 × 40 × 60 = 115.200 Kubikzoll ÷ 1.728 = 66,67 ft³
- Volumen gesamt: 8 × 66,67 = 533,33 ft³
- Dichte: 2.800 lb ÷ 533,33 ft³ = 5,25 lb/ft³ → Dichtestufe 4 bis unter 6 lb/ft³ → Class 175
Linear Feet, einlagig und längs geladen:
- 8 Paletten ÷ 2 pro Reihe = 4 Reihen
- 4 × 48 Zoll = 192 Zoll ÷ 12 = 16,0 ft
Abgleich mit den Schwellen: 16,0 ft liegen über der LTL-Obergrenze von Line Drive (12 ft) und über der Magnum-Schwelle (15 ft). Bei R+L greift die Regel erst bei mehr als 16 ft, also noch nicht. Auch ODFL und Estes (20 ft) sowie Saia (21 ft) bleiben unberührt.
Abgleich mit der Cubic Capacity Rule: Mit 533,33 ft³ liegt die Sendung unter 750 ft³, und die Dichte von 5,25 lb/ft³ liegt über den Grenzen von 3 bzw. 4 lb/ft³. Bei ODFL und Saia greift die Regel also nicht. Bei Estes schon, weil die Sendung mehr als 350 ft³ hat: Estes vergleicht die normale Fracht mit einer Mindestfracht auf Basis von 533,33 × 6 = 3.200 lb zum Satz der Class 125. Was am Ende berechnet wird, hängt vom Ergebnis dieses Vergleichs ab.
Stapeln scheidet aus: Zwei Lagen wären 60 × 2 = 120 Zoll hoch. Der Rechner geht von 110 Zoll Innenhöhe aus, der Hersteller Utility gibt für seine Koffer-Auflieger 110½ bis 111 Zoll an. Diese Ladung passt also nicht zweilagig in den Auflieger.
Was stattdessen möglich ist:
- Quer geladen: 4 Reihen × 40 Zoll = 160 Zoll, rund 13,3 ft. Damit bleibt die Sendung unter der Magnum-Schwelle von 15 ft, liegt aber weiter über der LTL-Obergrenze von Line Drive.
- Aufgeteilt: zwei Sendungen mit je 4 Paletten belegen je 2 Reihen, also 8,0 ft.
- Gestapelt nur bei niedrigerer Ware: Passen zwei Lagen unter die Innenhöhe, kommen 8 Paletten mit 2 Reihen auf 8,0 ft.
Weniger Linear Feet: Stapeln, Querladen, Aufteilen
Stapeln. Zwei Lagen verdoppeln die Paletten pro Stellplatz, die Zahl der Reihen sinkt höchstens auf die Hälfte. Wegen der Aufrundung ist es nicht immer genau die Hälfte: 6 Paletten brauchen einlagig 3 Reihen, zweilagig 2. Ob gestapelt werden darf, hängt von Festigkeit und Verpackung der Ware und von den Bedingungen des Carriers ab. Wer das Stapeln ausschließt, muss das auch in der Abrechnung einkalkulieren: Magnum ermittelt die Linear Feet dann so, als stünde die gesamte Sendung einlagig auf dem Boden, Estes setzt für die Cubic Capacity Rule 84 Zoll Höhe an.
Querladen. Mit der 40-Zoll-Seite in Fahrtrichtung verkürzt sich jede Reihe von 4,0 auf rund 3,33 ft. Bei 26 GMA-Paletten sind das 13 Reihen × 40 Zoll = 520 Zoll, rund 43,3 ft statt 52 ft, also 8,7 ft weniger. Im 53-Fuß-Auflieger passen quer einlagig bis zu 30 Paletten. Da die 48-Zoll-Seite dann quer steht, sollten Sie vorab klären, von welcher Seite der Stapler die Palette aufnimmt und ob der Carrier so lädt. Den direkten Vergleich beider Ladearten zeigt der Auflieger-Rechner.
Aufteilen. Zwei kleinere Sendungen können jeweils unter der Schwelle bleiben, wie im Beispiel mit zweimal 8,0 ft. Allerdings behalten sich ODFL (Item 366) und Saia (Item 360-70) vor, mehrere Sendungen desselben Versenders an denselben Empfänger am selben Tag zusammenzufassen und als eine abzurechnen; Estes (Item 615) zählt sie bei der Cubic Capacity Rule als eine Sendung. Aufteilen hilft also nur, wenn die Teilsendungen an verschiedenen Tagen versandt werden.
Korrekt deklarieren. Carrier behalten sich vor, nachzuwiegen und nachzumessen. Nach ODFL Item 367 prüft der Carrier Sendungen, deren Angaben im Frachtbrief unvollständig oder zweifelhaft sind, wiegt sie nach und rechnet die Dichte neu. Kommt es zur Umklassifizierung, fallen 25 USD je Sendung an, und Fracht, Treibstoffzuschlag und Zusatzkosten (Accessorial Charges) werden neu berechnet. Liegt das Gewicht um 20 lb oder mehr höher, kostet das ebenfalls 25 USD. Wer erst nach der Abholung erfährt, dass die Ladelänge anders gewertet wird, kann kaum noch verhandeln.
Vorab anfragen. Liegt die Sendung nahe an der Schwelle oder darüber, lohnt es sich, vor der Buchung ein Angebot für Volume LTL (größere Sendungen im LTL-Netz zum Volumenpreis) oder eine Teilladung einzuholen. Welche Variante günstiger ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Estes nennt als Richtwert für Volume LTL ab 5.000 lb und ab 8 Linear Feet; an anderer Stelle derselben Seite heißt es „5.000–15.000 lb oder ab 8 ft“. Als Kandidat für eine Komplettladung gelten dort Sendungen ab 30.000 lb und 48 Linear Feet. Das sind Hinweise des Carriers, keine Tarifregeln.
Checkliste vor der Buchung
- Linear Feet nach dem tatsächlichen Ladeplan berechnen, nicht nur nach der Palettenzahl.
- Im Rules Tariff des Carriers vier Positionen prüfen: Capacity Load, Linear-Foot-Satz, Cubic Capacity Rule und Überlängenzuschlag.
- Die Schwelle des konkreten Carriers nachschlagen: In den geprüften Tarifen sind es 15, mehr als 16, 20 oder 21 Linear Feet. Bei Line Drive gilt zusätzlich die LTL-Obergrenze von 12 Linear Feet – eine Grenze anderer Art.
- Stapeln und Querladen durchrechnen, bei Stapeln auch die Höhe beider Lagen.
- Bei knapper oder überschrittener Schwelle vor der Buchung ein Angebot für Volume LTL oder Teilladung einholen.
Was ist die Linear-Foot-Regel im US-LTL-Verkehr?
Die Linear-Foot-Regel ist der Sammelbegriff für Tarifbestimmungen der US-LTL-Carrier, nach denen nicht mehr Freight Class und Gewicht den Preis bestimmen, sondern die Ladelänge, die eine Sendung im Auflieger belegt. Im Rules Tariff der Carrier heißt die Position meist „Capacity Load“. Estes hat zusätzlich eine eigene Linear-Foot-Position, bei Magnum ist die Regel selbst als Linear-Foot-Position gefasst. Die Abrechnung unterscheidet sich je Carrier: Mindestfracht pro Meile, Satz je Linear Foot und Meile oder ein fest angesetztes Gewicht. In den sechs im September 2026 geprüften Tarifen liegt die Schwelle zwischen 15 und 21 Linear Feet.
Wie viele Linear Feet belegt eine Palette?
Eine GMA-Palette (48 × 40 Zoll) belegt längs geladen, also mit der 48-Zoll-Seite in Fahrtrichtung, 4,0 Linear Feet. Quer geladen sind es 40 Zoll, rund 3,33 Linear Feet. In einen Auflieger mit nominal 98,5 Zoll Innenbreite passen in beiden Fällen zwei Paletten nebeneinander. Eine einzelne Palette belegt trotzdem die ganze Reihe, deshalb zählt eine Palette genauso viel wie zwei.
Ab wie vielen Linear Feet greift die Regel?
Das hängt vom Carrier ab. In den geprüften Rules Tariffs (Stand September 2026) gilt: Magnum ab 15 Linear Feet, R+L bei mehr als 16, ODFL und Estes ab 20, Saia ab 21. Line Drive setzt ab 1.400 ft³ (20 Linear Feet) pauschal 10.000 lb an. Unabhängig davon nimmt Line Drive als LTL nur Sendungen bis 12 Linear Feet und 10.000 lb an, darüber gibt es ein Spot-Angebot. Maßgeblich ist immer der aktuelle Tarif des jeweiligen Carriers.
Stimmt es, dass pro Linear Foot 1.000 lb berechnet werden?
In keinem der sechs geprüften Rules Tariffs (ODFL, Saia, Estes, R+L, Magnum, Line Drive) findet sich eine Regel, die pro Linear Foot 1.000 lb ansetzt. Die Faustformel taucht in Branchenerklärungen häufig auf, die Tarife arbeiten aber mit Mindestfrachten pro Meile, Sätzen je Linear Foot und Meile oder, wie Line Drive, mit festen Gewichtsstufen von 10.000 lb und 20.000 lb. Leichte, voluminöse Sendungen können außerdem unter eine Cubic Capacity Rule fallen, eine Mindestfracht für Sendungen geringer Dichte, die bei ODFL, Saia und Estes mit 6 lb je ft³ rechnet.
Was ist der Unterschied zwischen Linear Feet und Cubic Feet?
Linear Feet messen nur die belegte Länge der Ladefläche, von vorn nach hinten, unabhängig von Breite und Höhe. Cubic Feet (ft³; 1 m³ ≈ 35,3 ft³) messen das Volumen. Darauf stützt sich die Cubic Capacity Rule, eine Mindestfracht für Sendungen geringer Dichte: Bei ODFL und Saia greift sie ab 750 ft³ bei weniger als 6 lb/ft³ und setzen ft³ × 6 lb an, Estes rechnet schon bei mehr als 350 ft³ mit einer Mindestfracht auf Basis von 6 lb/ft³. Diese Regel kann auch dann greifen, wenn die Sendung unter der Linear-Foot-Schwelle bleibt.
Lassen sich Linear Feet durch Stapeln oder Querladen verringern?
Ja, wenn die Ware es zulässt. Mit zwei Lagen sinkt die Zahl der Reihen höchstens auf die Hälfte, wegen der Aufrundung nicht immer genau: Aus 6 Paletten in 3 Reihen werden 2 Reihen. Voraussetzung ist, dass die Ware stapelbar ist und beide Lagen zusammen unter die Innenhöhe passen, im 53-Fuß-Auflieger nominal 110 Zoll. Querladen verkürzt die Reihe von 48 auf 40 Zoll: 26 GMA-Paletten belegen dann rund 43,3 statt 52 Linear Feet.
Was kostet ein einzelnes Packstück mit mehr als 8 ft Länge?
Ab 8 ft (96 Zoll) Länge eines einzelnen Packstücks erheben ODFL, Saia, Estes und Magnum einen Überlängenzuschlag auf die Sendung. Bei ODFL sind es 495 USD bis unter 12 ft, 1.000 USD bis unter 20 ft und 1.300 USD ab 20 ft. Saia verlangt 446,50 USD, 1.050 USD und 1.365 USD, Estes staffelt 300, 600, 850 und 1.000 USD, Magnum beginnt bei 125 USD. Dieser Zuschlag kommt unabhängig von der Linear-Foot-Regel hinzu.
Entsprechen Linear Feet dem Lademeter?
Vom Prinzip her ja: Beide messen, wie viel Länge einer Ladefläche eine Sendung belegt. Linear Feet sind die US-Variante in Fuß; wie viele GMA-Paletten (48 × 40 Zoll) nebeneinander passen, hängt von der Innenbreite des Aufliegers ab, der Rechner nimmt nominal 98,5 Zoll an. Der Lademeter bezieht sich auf eine Ladefläche mit 2,4 m Breite. Die Tarifregeln unterscheiden sich allerdings, US-Schwellen lassen sich nicht in Lademeter-Preise übertragen.