Demurrage und Detention gehören in der Seefracht zu den Posten, die auf der Rechnung am häufigsten verwechselt werden – und sie sind teuer, weil sie pro Container und pro Tag berechnet werden und die Tagessätze mit jeder Staffel steigen. Allein neun große Reedereien haben laut der US-Behörde FMC zwischen April 2020 und März 2025 rund 15,4 Milliarden USD an Demurrage und Detention eingenommen. Der Unterschied ist dabei einfach: Es geht um denselben Container und zwei Uhren. Steht er im Terminal, läuft Demurrage, hat er das Terminal verlassen, läuft Detention.
Dieser Ratgeber zeigt, wann welche Uhr beginnt und endet, rechnet ein Beispiel durch, erklärt die freie Zeit und die FMC-Regeln für US-Rechnungen und listet, womit sich beide Gebühren auf null halten lassen.
Demurrage vs. Detention: Wo steht der Container?
Demurrage (Liegegeld) ist die Tagesgebühr für einen beladenen Container, der nach Ablauf der freien Zeit noch im Terminal oder im Container Yard (CY) der Reederei steht. Im Import läuft die Uhr von der Entladung bis zum Gate-out, also bis der Container das Terminal verlässt.
Detention berechnet die Reederei, wenn ihr Equipment länger als vereinbart außerhalb des Terminals genutzt wird. Im Import beginnt die Uhr mit dem Gate-out des beladenen Containers und endet mit der Rückgabe des Leercontainers am vorgegebenen Depot. Eine feste deutsche Entsprechung hat sich dafür nicht durchgesetzt; gelegentlich liest man „Containermiete“, üblich ist der englische Begriff.
Dazu kommt ein dritter Posten, das Lagergeld (Storage). Berechnet wird es von Anlagen außerhalb des Hafens, etwa einer Container Freight Station (CFS) oder einem Off-Dock-Depot, oder vom Terminalbetreiber selbst – jeweils nach eigenem Tarif. Wie das Lagergeld abgerechnet wird, regeln die Reedereien unterschiedlich: Hapag-Lloyd schließt im deutschen Import das Terminal-Lagergeld in die Demurrage ein und berechnet es nicht gesondert, Maersk verweist auf den Seychellen darauf, dass es direkt an den Hafenbetreiber zu zahlen ist.
| Gebühr | Wo steht der Container? | Beginn | Ende | Freie Zeit |
|---|---|---|---|---|
| Demurrage (Liegegeld) | beladen im Terminal | Entladung (Stichtag je nach Reederei) | Gate-out | laut Tarif, z. B. 4 Kalendertage (Hapag-Lloyd, Hamburg/Bremerhaven, 20 Fuß) |
| Detention | Equipment der Reederei außerhalb des Terminals | Gate-out | Rückgabe des Leercontainers im Depot | laut Tarif der Reederei |
| Lagergeld (Storage) | in einem Depot oder CFS außerhalb des Hafens | laut Tarif der Anlage | Abholung aus der Anlage | je nach Anlage |
Die beiden Gebühren schließen sich nicht aus. Wird ein Container spät abgeholt und danach auch spät zurückgegeben, fällt für denselben Container erst Demurrage und dann Detention an. Grundsätzlich hat jede Uhr ihre eigene freie Zeit, und nicht genutzte demurragefreie Tage werden nicht auf die Detention übertragen. Die Ausnahme sind Tarife mit einer kombinierten Free Time (Demurrage und Detention zusammen): Dort läuft eine einzige Uhr vom Entladetag bis zur Rückgabe des Leercontainers. Maersk gewährt etwa im Import auf den Seychellen für 20- und 40-Fuß-Standardcontainer kombiniert 10 Kalendertage, für Kühlcontainer (Reefer) 3 und für Spezialequipment 5 Tage.
Im Export gilt dieselbe Logik in umgekehrter Richtung. Detention läuft ab der Abholung des Leercontainers im CY oder Depot bis zum Gate-in des beladenen Containers im Terminal, Demurrage vom Gate-in bis zur Verladung aufs Schiff. Wer vor dem ersten möglichen Anlieferungstag anliefert oder den Container nach dem Cut-off im Terminal stehen lässt, muss mit zusätzlichen Terminalgebühren rechnen.
Wichtig bei Geschäften mit Südamerika: In den meisten Ländern dort werden die Begriffe umgekehrt verwendet – Demurrage steht für die Zeit außerhalb, Detention für die Zeit innerhalb des Hafens. Klären Sie deshalb mit dem Geschäftspartner, was jeweils gemeint ist.
Rechenbeispiel: ein Container, zwei Uhren
Nehmen wir an, ein Container wird an einem Montag entladen. Die Sätze sind angenommene Werte; gerechnet wird in Kalendertagen, der erste Tag gilt als Tag 1, der letzte Tag wird mitgezählt.
Beispiel 1: Demurrage. Die freie Zeit beträgt 5 Tage, Montag bis Freitag sind also frei. Der Container verlässt das Terminal am Mittwoch der Folgewoche. Das sind 10 Tage insgesamt, abzüglich 5 freier Tage bleiben 5 Verzug-Tage, also berechnete Tage nach Ablauf der freien Zeit. Der Tarif sieht für Tag 1–3 je 150 USD vor, ab Tag 4 je 300 USD.
Demurrage = 3 × 150 USD + 2 × 300 USD = 1.050 USD
Beispiel 2: Detention. Die Uhr beginnt mit dem Gate-out am Mittwoch (Tag 1), die freie Zeit beträgt 4 Tage, frei sind also Mittwoch bis Samstag. Der Leercontainer geht am Mittwoch darauf zurück ins Depot. Von 8 Tagen insgesamt sind 4 frei, berechnet werden die 4 Tage von Sonntag bis Mittwoch zu je 100 USD (Satz für Tag 1–5).
Detention = 4 × 100 USD = 400 USD
Für diesen einen Container kommen damit 1.450 USD zusammen. Das Beispiel lässt sich im Demurrage-Rechner nachstellen: Beginn 05.10.2026, Ende 14.10.2026, 5 freie Tage, erste Staffel 3 Tage zu 150, zweite Staffel 0 Tage, danach 300 – Ergebnis 1.050. Für die Detention dann Beginn 14.10.2026, Ende 21.10.2026, 4 freie Tage, erste Staffel 5 Tage zu 100 – Ergebnis 400. Der Rechner nimmt jeweils einen Zeitraum auf, Demurrage und Detention rechnet man daher getrennt und addiert sie; bei kombinierter Free Time genügt eine Rechnung vom Entladetag bis zur Rückgabe.
Nützlich ist das in zwei Situationen: um eine eingegangene Rechnung nachzuprüfen und um vorab zu vergleichen, was eine Abholung oder Rückgabe an einem bestimmten Tag kostet – etwa ob ein Wochenendzuschlag des Fuhrunternehmers günstiger ist als ein weiterer Demurrage-Tag in der zweiten Staffel. Der Rechner zählt nur Kalendertage; Tarife nach Arbeitstagen oder mit mehr als drei Staffeln bildet er nur näherungsweise ab.
Freie Zeit: Wie viele Tage gelten, was ist verhandelbar?
Die freie Zeit ist der Zeitraum, den Reederei und Kunde als kostenfrei vereinbart haben. Wie lang sie tatsächlich ist, hängt von drei Punkten ab, die man im Tarif prüfen sollte.
- Kalender- oder Arbeitstage: Manche Tarife zählen Kalendertage, andere Arbeitstage; auch Wochenenden und Feiertage werden je nach Reederei unterschiedlich behandelt. Dieselben „5 Tage“ können dadurch unterschiedlich lange dauern. Hapag-Lloyd rechnet im deutschen Import in Kalendertagen, ein inzwischen abgelaufener US-Tarif derselben Reederei zählte Arbeitstage.
- Stichtag für den Beginn: Je nach Reederei beginnt die Demurrage mit der Ankunft des Schiffs, während der Entladung oder nach deren Abschluss. Bei Hapag-Lloyd in Deutschland zählt der Entladetag bereits mit, bei Maersk in den USA beginnt die Uhr um 8:00 Uhr am ersten Werktag nach der Entladung. Da das Entladen eines Schiffs in der Regel 2–3 Tage dauert, in Ausnahmefällen bis zu einer Woche, läuft die freie Zeit für die zuerst entladenen Container entsprechend früher ab.
- Containertyp: Kühlcontainer, Spezialequipment, Gefahrgut und Übermaß bekommen weniger freie Tage als ein Standardcontainer. Der abgelaufene US-Tarif von Hapag-Lloyd sah etwa 4 Arbeitstage für Standard-, 3 für Spezial- und 2 für in Betrieb befindliche Kühlcontainer vor.
Ein Blick in echte Tarife zeigt, wie weit die Werte auseinanderliegen. Hapag-Lloyd gewährt im Import über Hamburg und Bremerhaven für 20-Fuß-Standardcontainer 4 Kalendertage demurragefreie Zeit; danach kosten die ersten 4 Tage je 80 EUR, die nächsten 5 Tage je 120 EUR und jeder weitere Tag 190 EUR, das Terminal-Lagergeld ist enthalten (Tarif gültig ab 01.01.2026). Steht ein solcher Container 14 Kalendertage im Terminal, ergeben sich 10 berechnete Tage: 4 × 80 EUR + 5 × 120 EUR + 1 × 190 EUR = 1.110 EUR. In Wilhelmshaven beträgt die freie Zeit 7 Tage. Die Detention-Regeln dieses Tarifs gelten sowohl bei Merchant Haulage als auch bei Carrier Haulage, also unabhängig davon, ob der Kunde oder die Reederei den Vor- bzw. Nachlauf organisiert. Nicht zu verwechseln sind solche Werte mit der freien Lagerzeit eines Terminals: Das HJNC-Terminal in Busan (Südkorea) etwa gewährt 4 Tage bis zum Terminal-Lagergeld (für Gefahrgut, Übermaß und Kühlcontainer 3 Tage) – das ist keine Demurrage der Reederei.
Oft genannte Spannen für die übliche freie Zeit beruhen eher auf Erfahrungswerten als auf belegbaren Quellen. Maßgeblich ist immer der Tarif oder Vertrag für den konkreten Hafen.
Verhandelbar ist die freie Zeit durchaus. Verlader mit regelmäßigem Volumen vereinbaren längere Fristen über einen Service Contract (Rahmenvertrag mit der Reederei); Maersk bietet bei seinem Spot-Produkt verlängerbare freie Zeit als Option an. Auch über die Spedition lassen sich Verlängerungen und Sätze verhandeln. Weil Hafenüberlastung oder eine Zollbeschau außerhalb der eigenen Kontrolle liegen, wirkt zusätzliche freie Zeit wie eine Versicherung und kann mehr wert sein als ein gleich hoher Nachlass auf die Fracht.
Wie Demurrage und Detention neben den übrigen Zuschlägen auf der Frachtrechnung stehen, erklärt der Ratgeber Zuschläge in der Fracht.
USA: Was die FMC-Regeln für D&D-Rechnungen verlangen
Dieser Abschnitt betrifft nur Verkehre mit den USA – relevant also, wenn Sie Ware in die USA liefern oder von dort beziehen und eine Demurrage- oder Detention-Rechnung für einen US-Hafen erhalten. Seit dem 28. Mai 2024 gilt die FMC-Regel 46 CFR Part 541, gestützt auf den Ocean Shipping Reform Act von 2022. Sie erfasst D&D-Rechnungen von Reedereien, Terminalbetreibern und NVOCCs (Non-Vessel Operating Common Carrier); die in den USA als „Per Diem“ bezeichnete Detention-Gebühr pro Tag für Equipment außerhalb des Terminals fällt ebenfalls darunter.
- Fristen: Die Rechnung muss innerhalb von 30 Kalendertagen nach dem letzten Gebührentag ausgestellt werden, sonst muss sie nicht bezahlt werden. Für Anträge auf Erlass, Erstattung oder Verzicht bleiben ab Rechnungsdatum mindestens 30 Kalendertage.
- Pflichtangaben: unter anderem Bill-of-Lading-Nummer, Containernummer und im Import der Entladehafen; die Begründung, warum der Rechnungsempfänger für die Gebühr haftet; Anzahl der freien Tage, Beginn und Ende der freien Zeit und im Import der Tag, ab dem der Container abholbereit war; Gesamtbetrag, zugrunde liegende Tarif- oder Vertragsbestimmung und angewendete Sätze; ein Ansprechpartner und der Weg für Einwände samt Fristen.
- Folge fehlender Angaben: Fehlt eine Pflichtangabe, entfällt die Zahlungspflicht. Das ist ein konkreter Ansatzpunkt für Einwände.
Die Vorschrift §541.4, die festlegte, welche Parteien überhaupt belastet werden dürfen, hat ein US-Bundesberufungsgericht (D.C. Circuit) am 23. September 2025 aufgehoben; am 29. Dezember 2025 wurde sie aus dem CFR gestrichen. Die übrigen Bestimmungen gelten weiter. Nach den Bedingungen von Maersk in den USA bleiben Absender und Empfänger für alle Gebühren verantwortlich, auch wenn die Rechnung auf Wunsch an einen Vertreter gehen soll.
Für einen Einwand sollten Sie die Zeitpunkte von Gate-out und Leercontainer-Rückgabe selbst dokumentieren, etwa mit dem Equipment Interchange Receipt (EIR), dem Übergabeprotokoll für den Container. Die dort festgehaltenen Daten lassen sich direkt mit den Angaben auf der Rechnung abgleichen.
Demurrage und Detention vermeiden
Ganz vermeiden lassen sich die Gebühren nicht immer, deutlich senken aber sehr wohl. Der Hebel ist die Zeit zwischen Entladung und Rückgabe des Leercontainers – und die meisten Schritte dafür beginnen, bevor das Schiff ankommt.
Vor der Ankunft
- Zollabwicklung vorab erledigen, damit der Container schon beim Entladen freigegeben ist. Die Zollagentur rechtzeitig mit allen Unterlagen versorgen.
- Lkw und Chassis auf den erwarteten Entladetag buchen, nicht auf die voraussichtliche Ankunftszeit (ETA) des Schiffs. Fehlt ein Chassis, verstreicht die freie Zeit, obwohl der Container längst abholbereit ist.
Während der freien Zeit
- Den Container früh abholen statt am letzten freien Tag. Sonst genügt ein überlastetes Gate oder ein verpasstes Zeitfenster, und der erste Staffeltag ist fällig. Maersk nennt als Ziel seiner Regelung ausdrücklich, dass Kunden nicht bis zum letzten Tag warten und Terminal-Zeitfenster nutzen.
- Kann das Lager nicht sofort entladen, kommt Drop and Hook in Frage – der Auflieger wird abgestellt und ein anderer aufgenommen. Der Container bleibt dabei auf dem Chassis im Hof des Lagers, bis entladen werden kann. Ob sich das lohnt, zeigt der Vergleich der Chassis-Miete des Fuhrunternehmers mit der Detention der Reederei; die Detention-Seite lässt sich mit dem Demurrage-Rechner durchrechnen.
Nach dem Entladen
- Den Leercontainer sofort zurückbringen und vorher klären, wo. Manche Depots nehmen nur bestimmte Containertypen oder nur an bestimmten Tagen an; wird der Container abgewiesen, folgen eine Leerfahrt und weitere Detention-Tage.
Ein Shipper’s Own Container (SOC), also ein verladereigener Container, gehört nicht der Reederei und löst deshalb keine Detention aus. Demurrage kann trotzdem anfallen: Maersk berechnet sie für SOC in den USA an einigen Standorten, auf den Seychellen dagegen sind SOC von beiden Gebühren ausgenommen. Wird ein SOC leer bei einer Anlage der Reederei abgegeben, berechnet Maersk in den USA nachträglich 2.000 USD pro Container.
Wer häufig mit Demurrage und Detention kämpft, sollte auch prüfen, ob der Vollcontainer (FCL) überhaupt die richtige Wahl ist. Den Vergleich mit einer Sammelcontainer-Sendung zeigt der Ratgeber FCL vs. LCL.
Was heißt Demurrage auf Deutsch?
Demurrage wird im Deutschen meist als Liegegeld bezeichnet, teils auch als Containerstandgeld. Gemeint ist die Tagesgebühr, die anfällt, wenn ein beladener Container nach Ablauf der freien Zeit noch im Terminal steht. In der Praxis bleibt der englische Begriff Demurrage üblich, ebenso Detention für das Gegenstück außerhalb des Terminals.
Was ist der Unterschied zwischen Demurrage und Detention?
Beide Gebühren betreffen denselben Container, laufen aber an verschiedenen Orten. Demurrage fällt an, solange der beladene Container nach Ablauf der freien Zeit im Terminal steht – im Import von der Entladung bis zum Gate-out. Detention berechnet die Reederei, wenn ihr Equipment länger als vereinbart außerhalb des Terminals genutzt wird – im Import vom Gate-out bis zur Rückgabe des Leercontainers im Depot.
Wie lange ist die freie Zeit bei Demurrage und Detention?
Das legt der Tarif der Reederei für den jeweiligen Hafen fest; allgemeingültige Werte gibt es nicht. Ein Beispiel: Hapag-Lloyd gewährt im Import über Hamburg und Bremerhaven für 20-Fuß-Standardcontainer 4 Kalendertage demurragefreie Zeit, in Wilhelmshaven 7 Tage. Kühlcontainer, Gefahrgut und Übermaß bekommen in der Regel weniger Tage. Außerdem zählen manche Tarife Kalendertage, andere Arbeitstage. Wer regelmäßig Volumen verschifft, kann eine längere freie Zeit mit der Reederei oder über die Spedition verhandeln.
Wer stellt die Rechnung für Demurrage und Detention?
Demurrage berechnet meist die Reederei nach ihrem eigenen Tarif. Daneben stellen manche Terminalbetreiber eigene Demurrage- oder Lagergeld-Rechnungen direkt aus. Detention ist eine Gebühr des Equipment-Eigentümers und kommt daher von der Reederei; ein NVOCC kann sie an seine eigenen Kunden weiterberechnen.
Kann man eine Demurrage- oder Detention-Rechnung anfechten?
Ja. Für US-Verkehre gelten seit dem 28. Mai 2024 die FMC-Regeln (46 CFR Part 541): Die Rechnung muss innerhalb von 30 Kalendertagen nach dem letzten Gebührentag ausgestellt werden, sonst muss sie nicht bezahlt werden. Sie muss unter anderem Bill-of-Lading-Nummer, Containernummer, die gewährten freien Tage, Beginn und Ende der freien Zeit sowie die angewendeten Sätze enthalten. Fehlen Pflichtangaben, entfällt die Zahlungspflicht. Für einen Antrag auf Erlass oder Erstattung bleiben mindestens 30 Kalendertage ab Rechnungsdatum.
Wie lassen sich Demurrage und Detention vermeiden?
Die Zollabwicklung vor Ankunft des Schiffs abschließen, Lkw und Chassis auf den erwarteten Entladetag statt auf die ETA buchen und den Container früh in der freien Zeit abholen, nicht erst am letzten Tag. Nach dem Entladen im Lager den Leercontainer sofort zurückbringen und vorher klären, welches Depot ihn annimmt.
Können Demurrage und Detention für denselben Container anfallen?
Ja, die beiden Gebühren schließen sich nicht aus. Wird ein Container spät aus dem Terminal abgeholt und danach auch spät leer zurückgegeben, fällt erst Demurrage und anschließend Detention an. Im Rechenbeispiel dieses Ratgebers kommen so mit angenommenen Sätzen 1.050 USD Demurrage und 400 USD Detention zusammen, insgesamt 1.450 USD für einen Container.
Fällt bei einem Shipper’s Own Container (SOC) Detention an?
Nein. Ein SOC ist ein verladereigener Container und gehört nicht der Reederei, daher entfällt Detention. Demurrage kann je nach Standort trotzdem anfallen: Maersk berechnet sie für SOC in den USA an einigen Standorten, auf den Seychellen dagegen sind SOC von beiden Gebühren ausgenommen.