Für jeden Container gibt es zwei Volumenangaben in Kubikmetern (cbm): das Innenvolumen laut Datenblatt und die Menge, die sich mit Kartons tatsächlich verladen lässt. Wie viel cbm in einen Container passen, beantwortet erst die zweite Zahl – und sie liegt deutlich unter der ersten. Die folgende Übersicht zeigt beide Werte für die drei gängigen Größen.
| Container | Innenvolumen laut Datenblatt | Kartonladung in der Praxis |
|---|---|---|
| 20-Fuß-Standardcontainer (20DC) | 33,2 m³ | ca. 25–28 cbm |
| 40-Fuß-Standardcontainer (40DC) | 67,7 m³ | ca. 52–58 cbm |
| 40-Fuß-High-Cube (40HC) | 76,3 m³ | ca. 60–68 cbm |
Die Werte in der rechten Spalte sind Richtwerte aus der Praxis für unpalettierte, lose verladene Kartons, keine Garantie. Wer ein Angebot oder eine FCL-Buchung auf das Innenvolumen stützt, plant mit Raum, den es im beladenen Container nicht gibt. Die Ware, die dann nicht mehr hineinpasst, muss separat und meist teurer verschickt werden – ein Fehler, der bei Absendern und Speditionen immer wieder vorkommt.
Woher das Innenvolumen kommt und warum es nie ganz nutzbar ist
Das Innenvolumen ist schlicht das Produkt der Innenmaße: Länge × Breite × Höhe. Weil die Reedereien leicht unterschiedliche Innenmaße angeben, weichen auch die Volumenangaben geringfügig voneinander ab – beim 20-Fuß-Container 33,2 bzw. 33,1 m³, beim 40-Fuß-Container 67,7 bzw. 67,6 m³, beim 40-Fuß-High-Cube 76,3 bzw. 76,2 m³. Die vollständigen Maße aller Typen stehen in der Übersicht Containermaße im Detail.
Dass die Angaben verschiedener Reedereien so nah beieinanderliegen, liegt an der Norm ISO 668. Sie legt die Außenmaße, Mindest-Innenmaße und die Obergrenze für das zulässige Gesamtgewicht des Containers fest. Einen einzigen verbindlichen Wert für die Innenmaße schreibt sie dagegen nicht vor. Das Innenvolumen ist daher bei allen Reedereien fast gleich, aber nicht identisch.
Warum man diesen Raum mit Kartons nie ganz füllt, ist eine Frage der Geometrie. Ein Karton ist ein starrer Quader. Gehen seine Maße nicht glatt in Länge, Breite und Höhe des Containers auf, bleibt auf jeder Achse ein Rest: ein Streifen an der Seitenwand, eine Lücke unter der Decke, ein unvollständig gefüllter Bereich an der Tür. Diesen ungenutzten Leerraum (engl. Broken Stowage) kann keine Stapelweise ganz beseitigen. Im 40-Fuß-Standardcontainer lassen sich von den 67,7 m³ in der Regel etwa 55 cbm mit Kartons belegen.
Vier Faktoren bestimmen die tatsächliche Ladungsmenge
1. Passen die Kartonmaße zum Container?
Den größten Einfluss haben die Kartonmaße. Im selben Container schwankt die Auslastung je nach Karton zwischen gut 70 % und mehr als 80 %. Eine Formel, die das vorab zuverlässig angibt, gibt es nicht – man muss die Stauung durchrechnen.
Ein Beispiel mit Kartons von 60 × 40 × 40 cm (0,096 cbm) im 40-Fuß-Standardcontainer: Werden alle Kartons in derselben Ausrichtung im Raster gestaut und bleiben stehend, passen 500 Stück, also 48,0 cbm oder 70,9 % des Innenvolumens. Lässt man verschiedene Ausrichtungen und freie Rotation zu, kommt der Rechner auf 550 Kartons mit 52,8 cbm (78,0 %). Kartons mit 50 × 35 × 30 cm erreichen im selben Container bei freier Rotation 1.120 Stück bzw. 58,8 cbm (86,9 %).
Für die eigenen Maße lässt sich das mit dem Containerrechner für die Ladeplanung prüfen, der die Stauung auch in 3D zeigt.
2. Stapelvorgaben: Dürfen die Kartons gedreht werden?
Tragen Kartons Oben-Pfeile (engl. This Side Up), dürfen sie nur stehend verladen werden – die Höhenachse ist dann festgelegt. Erfahrungsgemäß sinkt die Auslastung dadurch um etwa 3–10 Prozentpunkte. Dieser Wert ist nur ein grober Anhaltspunkt; im Rechner fallen die Unterschiede je nach Fall verschieden aus. Im 40-Fuß-Standardcontainer sind es beim Karton mit 60 × 40 × 40 cm 7,1 Prozentpunkte, bei 50 × 35 × 30 cm 8,7 Prozentpunkte (1.008 statt 1.120 Stück, 52,92 cbm bzw. 78,2 %). Im 40-Fuß-High-Cube bleibt die Auslastung mit dem Karton von 50 × 35 × 30 cm dagegen gleich.
3. Palettiert oder unpalettiert verladen?
Eine Palette belegt selbst Grundfläche und Höhe, und ihr Maß passt selten glatt zur Containerbreite. In Deutschland wird meist auf der Europalette mit 800 × 1.200 mm palettiert. Palettierte Ladungen erreichen in der Regel nur etwa 50–65 % Auslastung, unpalettiert (lose verladen) sind etwa 70–85 % üblich. Im 40-Fuß-Container liegen zwischen beiden Varianten mehr als 10 cbm. Beide Spannen sind Erfahrungswerte ohne Primärquelle. Wie viele Paletten in welchen Container passen, zeigt der Ratgeber Paletten pro Container.
4. Die Nutzlast: Wenn das Gewicht die Ladung begrenzt
Der Rechner arbeitet mit folgenden Nutzlasten: 28.200 kg für den 20-Fuß-Standardcontainer, 28.800 kg für den 40-Fuß-Standardcontainer und 28.620 kg für den 40-Fuß-High-Cube. Die tatsächlichen Werte hängen von der Reederei und der Gewichtsklasse ab. Bei einer Reederei lag die Nutzlast des 40-Fuß-Containers 620 kg über der des 20-Fuß-Containers, bei einer anderen 1.490 kg darunter.
Bei schwerer Ware ist oft nicht der Raum, sondern das Gewicht die Grenze. Ist die Ware dichter als etwa 1.700 kg/m³ (28.200 kg geteilt durch 16,6 m³), erreicht ein 20-Fuß-Container seine 28.200 kg, bevor auch nur die Hälfte seines Volumens belegt ist. Keramikfliesen sind ein typisches Beispiel: Setzt man eine Dichte von etwa 2.000 kg/m³ an, erreicht ein 40-Fuß-Standardcontainer seine 28.800 kg schon bei 14,4 cbm – das sind rund 21 % des Innenvolumens von 67,7 m³.
Unabhängig vom Füllgrad braucht jeder beladene Container vor der Verschiffung eine bestätigte Bruttomasse (Verified Gross Mass, VGM). Die Pflicht stammt aus dem SOLAS-Übereinkommen der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und gilt seit dem 1. Juli 2016. Ermittelt wird die VGM auf einem von zwei Wegen: durch Wiegen des gepackten Containers mit einer geeichten, zertifizierten Waage oder durch Addition aller Einzelgewichte – Ware, Verpackung, Paletten, Stausäcke und Sicherungsmaterial – plus Leergewicht des Containers nach einem behördlich zugelassenen Verfahren. Einzelheiten dazu im Ratgeber Gewichtsgrenzen und VGM.
Wie viel cbm je nach Ladungsart realistisch sind
Welcher Wert für die eigene Ladung gilt, hängt vor allem davon ab, ob einheitliche Kartons verladen werden, ob sie gedreht werden dürfen und ob palettiert wird. Die folgende Tabelle gibt Richtwerte für die Planung in cbm.
| Ladungsart | 20DC | 40DC | 40HC |
|---|---|---|---|
| Einheitliche Kartons, Rotation erlaubt | 26–28 | 52–58 | 62–68 |
| Einheitliche Kartons, nur stehend | 24–26 | 52–55 | 58–63 |
| Palettiert (Europalette / GMA-Palette 48 × 40 Zoll) | 18–22 | 38–45 | 42–50 |
| Gemischte Kartonmaße, von Hand gestaut | 22–25 | 48–54 | 54–60 |
Die Werte sind Erfahrungswerte ohne Primärquelle und keine Zusage. Vor der Buchung sollte die Ladung mit den tatsächlichen Kartonmaßen durchgerechnet werden.
Rechenbeispiel: 63 cbm – 40-Fuß-Standard oder High Cube?
Nehmen wir an, ein Importeur möchte 1.200 Kartons mit 50 × 35 × 30 cm und je 7 kg verschiffen. Ein Karton hat 0,0525 cbm, die ganze Sendung also 63 cbm und 8.400 kg. Das Gewicht spielt hier keine Rolle – entscheidend ist das Volumen.
Nach dem Innenvolumen scheint die Sache klar: 67,7 m³ im 40-Fuß-Standardcontainer sind mehr als 63 cbm. Nach den Praxiswerten reicht der Platz aber nicht. Mit Rotation lassen sich im 40DC etwa 52–58 cbm verladen, nur stehend etwa 52–55 cbm. Der 40-Fuß-High-Cube liegt mit Rotation bei 62–68 cbm – die 63 cbm passen also hinein, allerdings ohne großen Spielraum. Bei „nur stehend“ nennt die Tabelle für den 40HC 58–63 cbm, dann läge die Sendung genau an der Obergrenze. Hier hilft nur Nachrechnen.
Der Rechner gibt eine klare Antwort. Im 40-Fuß-High-Cube passen höchstens 1.296 Kartons (68,04 cbm, 89,2 % des Innenvolumens), mit und ohne Rotation gleich viele. Alle 1.200 Kartons finden also Platz – nachzuprüfen in der Ladeplanung für 1.200 Kartons im 40HC. Wer nur wissen will, wie viele Kartons dieser Größe maximal in den High Cube gehen, nutzt die Berechnung der maximalen Kartonanzahl: 1.296 Kartons mit 9.072 kg, weit unter der Nutzlast von 28.620 kg – begrenzt ist die Ladung hier durch das Volumen.
Im 40-Fuß-Standardcontainer sieht es anders aus. Mit Rotation passen höchstens 1.120 Kartons, 80 Kartons (4,2 cbm) bleiben übrig. Nur stehend sind es 1.008 Kartons, übrig bleiben 192 Kartons (10,08 cbm).
Wer den 40DC nach Innenvolumen bucht, steht also mit etwa 4–10 cbm da, die nicht mehr mitkommen. Diese Restmenge geht dann als eigene LCL-Sendung auf die Reise: abgerechnet nach Frachttonne (W/M), mit eigenen Kosten im Abgangshafen, eigenen Dokumenten und eigener Abwicklung im Zielhafen. Unter Umständen fährt sie auf einem anderen Schiff und muss separat verzollt werden. Auf vielen Relationen ist das erfahrungsgemäß teurer als der Aufpreis für den High Cube.
Vier typische Fehler bei der Volumenplanung
Angebot auf Basis des Innenvolumens
Wer dem Kunden 67 cbm pro 40-Fuß-Container zusagt, verspricht Raum, der physisch nicht verladen werden kann. Bei Praxiswerten von 52–58 cbm fehlen 9–15 cbm, also gut 10 cbm. Die Differenz trägt dann der Verkäufer, oder es kommt zum Vertragsstreit.
Nutzlast bei schwerer Ware übersehen
Wer für dichte Ware wie Fliesen Containerraum nach cbm kauft, bezahlt für viel mehr Volumen, als er nutzen kann. Schlimmer ist die Überladung: Im Terminal kann die Annahme des Containers verweigert werden, auf der Straße drohen Bußgelder. In der EU liegt das zulässige Gesamtgewicht für Sattelzüge mit dreiachsiger Zugmaschine, die im kombinierten Verkehr einen Container befördern, bei 44 t.
Türöffnung nicht berücksichtigt
Die Türöffnung ist niedriger als der Innenraum: Beim Standardcontainer misst sie 228 cm bei 239 cm Innenhöhe, beim 40-Fuß-High-Cube 257,7 cm bei 270 cm. Die Ladehöhe muss daher an der Türöffnung ausgerichtet werden, nicht an der Innenhöhe.
Paletten-cbm statt Karton-cbm gerechnet
Addiert man das Außenvolumen beladener Paletten, zählt man die Luft zwischen Kartons und Palettenrand doppelt. Maßgeblich für die Containerplanung ist das Kartonvolumen. Das Palettenvolumen braucht man für die LCL-Abrechnung und die Lagerhaltung.
Wie sich über Ausrichtung, Kartonmaße und die Entscheidung zwischen Palette und loser Verladung Volumen zurückgewinnen lässt, beschreibt der Ratgeber Containerraum optimal nutzen.
Sondercontainer und kleine Verluste
Über die drei Standardgrößen hinaus gibt es den 45' High Cube mit 86,1 m³ Innenvolumen (Reedereiangabe 86,0 m³). Er wird nur auf einigen Relationen eingesetzt; Verfügbarkeit und Raten schwanken stark.
Passt die Ladung nicht durch die Türöffnung, kommen Open-Top-Container oder Flat Racks infrage. Bei Übermaß (übergroße oder überhohe Güter) begrenzt dann nicht mehr das Volumen in cbm, sondern Ladungssicherung, die Abmessungen der Ladung und der Zugang für den Kran.
Auch das Stau- und Sicherungsmaterial braucht Platz: Stausäcke, Kantenschutz und Trockenmittel belegen grob geschätzt etwa 1–2 % des Ladevolumens.
Ab wie viel cbm lohnt sich der größere Container?
Als grobe Faustregel für das tatsächliche Ladungsvolumen – abgeleitet aus den oberen Enden der Praxiswerte, daher nur ein Anhaltspunkt:
- Über etwa 26 cbm: Im 20-Fuß-Container wird es knapp. Ein Angebot für den 40-Fuß-Container einholen.
- Über etwa 56 cbm: Ein Angebot für den 40-Fuß-High-Cube einholen, der 8,6 m³ mehr Innenvolumen bietet.
- Über etwa 66 cbm: Zwei Container einplanen oder die Kartonmaße überarbeiten.
Nach unten gibt es ebenfalls eine Grenze. Unter etwa 13–15 cbm ist ein Vollcontainer oft nicht wirtschaftlich; dann lohnt der Vergleich mit einer LCL-Sendung. Auch dieser Wert hängt von Raten und Relation ab. Wie man die Schwelle für die eigene Sendung ermittelt, zeigt der Ratgeber FCL vs. LCL.
Wie viel cbm passen in einen 40-Fuß-Container?
Ein 40-Fuß-Standardcontainer (40DC) hat laut Datenblatt ein Innenvolumen von 67,7 m³. Mit unpalettiert verladenen Kartons lassen sich in der Praxis etwa 52–58 cbm unterbringen, palettiert eher 38–45 cbm. Diese Werte sind Richtwerte für die Planung und keine Garantie, denn das Ergebnis hängt stark von den Kartonmaßen ab.
Wie viel cbm hat ein 20-Fuß-Container?
Das Innenvolumen eines 20-Fuß-Standardcontainers (20DC) liegt laut Datenblatt bei 33,2 m³, je nach Reederei auch bei 33,1 m³. Tatsächlich nutzbar sind mit Kartonware meist etwa 25–28 cbm. Für die Buchung sollte man mit diesem Richtwert rechnen und die eigenen Kartonmaße nachrechnen.
Wie viel cbm passen in einen 40 HC (40 HQ)?
Der 40-Fuß-High-Cube (40HC, oft auch 40 HQ genannt) hat ein Innenvolumen von 76,3 m³. Mit Kartons beladen erreicht man in der Praxis etwa 60–68 cbm. Wie viel es im Einzelfall wird, hängt von Kartonmaßen, Stapelvorgaben und Palettierung ab.
Warum lässt sich das Innenvolumen eines Containers nie vollständig nutzen?
Kartons sind starre Quader. Gehen ihre Maße nicht glatt in Länge, Breite und Höhe des Containers auf, bleibt an den Wänden, unter der Decke und an der Tür Leerraum. Dazu kommen Stapelvorgaben wie „nur stehend“, die die Auslastung um etwa 3–10 Prozentpunkte senken. Paletten belegen selbst Grundfläche und Höhe. Bei schwerer Ware ist außerdem die Nutzlast erreicht, bevor der Raum voll ist.
Lohnt sich ein 40-Fuß-High-Cube gegenüber dem 40-Fuß-Standardcontainer?
Für leichte, voluminöse Ware meist ja: Der High Cube bietet bei gleicher Grundfläche 8,6 m³ mehr Innenvolumen, der Aufpreis gegenüber dem Standardcontainer ist in der Regel gering. Bei schwerer Ware, die schon vorher an die Nutzlastgrenze stößt, bringt die zusätzliche Höhe dagegen nichts.
Wie viele Kartons passen in einen 20-Fuß-Container?
Das hängt von den Kartonmaßen ab. Für Kartons mit 60 × 40 × 40 cm (0,096 cbm) ergibt die Berechnung mit dem CargoSum-Containerrechner bei freier Rotation 258 Kartons bzw. 24,77 cbm. Rechnet man den Planungsrichtwert von 25–28 cbm um, kommt man auf etwa 260–290 Kartons – der tatsächliche Wert kann also unter dem Richtwert liegen.
Fasst ein 40-Fuß-Container doppelt so viel wie ein 20-Fuß-Container?
Beim Volumen etwas mehr als das Doppelte: 67,7 m³ gegenüber 33,2 m³. Bei der Nutzlast nicht – hier liegen beide Größen nahe beieinander, im Rechner etwa 28.800 kg für den 40-Fuß- und 28.200 kg für den 20-Fuß-Container. Je nach Reederei und Gewichtsklasse kann die Nutzlast des 40-Fuß-Containers sogar niedriger sein. Für schwere Ware bringt der größere Container daher kaum Vorteile.
Wie viel Ladevolumen kostet die Palettierung?
Palettierte Ladungen nutzen erfahrungsgemäß nur etwa 50–65 % des Innenvolumens, unpalettierte Kartons dagegen etwa 70–85 %. Im 40-Fuß-Container macht das mehr als 10 cbm aus: palettiert rund 38–45 cbm statt 52–58 cbm bei loser Verladung.